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29.10.2012
Marketing & Kommunikation

PR-Profis geben Euro-Staaten schlechte Noten

Die Umfrage des globalen Beraternetzwerks InfiniteLatitude fördert zutage, wie erfahrene PR-Profis weltweit die Kommunikation der Euro-Staaten in der Krisensituation beurteilen. Diese wird als wenig glaubwürdig und nicht lösungsorientiert wahrgenommen.

Die Teilnehmenden bewerteten fünf zentrale Aspekte der Kommunikation europäischer Regierungen und Behörden in der Eurokrise – mit ernüchternden Ergebnissen. So widersprechen rund 60 Prozent der Befragten teilweise oder vollkommen der Einschätzung, die Verantwortlichen hätten die Gründe der Krise effektiv kommuniziert. 80 Prozent vermissen das Aufzeigen klar verständlicher Wege aus der Krise, wie es in einer Mitteilung heisst. 


Fehlende Perspektive

Ebenso kritisch wird das Fehlen einer konkreten Zukunftsaussicht von Europa gesehen. Knapp 80 Prozent der befragten Kommunikationsprofis widersprechen der Aussage, Regierungen und Behörden hätten ein nachvollziehbares Bild davon gezeichnet, wie ein künftiges, vereintes Europa nach der Krise aussehen sollte. Entsprechend zurückhaltend sind auch die Einschätzungen, was die Kommunikation bisher bewirkt habe; 70 Prozent der Befragten glauben nicht, dass es gelungen sei, in der europäischen Öffentlichkeit nachhaltige Unterstützung für die bisher ergriffenen Rettungsmassnahmen zu gewinnen.


Rückhalt in der Öffentlichkeit schaffen

«Gerade weil die Materie im Detail so komplex ist, wäre aus kommunikativer Sicht ein umfassendes, auch emotionales Narrativ wichtig. Darin liessen sich dann all die schwierigen Zwischenschritte zumindest einordnen», sagt Ulrich Gartner, Inhaber von Gartner Communications und Gründer des globalen Beraternetzwerks InfniteLatitude. «Wir wissen aus der Verhaltensökonomie, dass Menschen sich ihre Meinungen niemals isoliert bilden, sondern immer in Relation zu einem Rahmen. Diesen Rahmen für die europäische Diskussion zu schaffen, wäre eine klassische Aufgabe der Kommunikation.»


Geringe Glaubwürdigkeit der Autoritäten

Die Einzelergebnisse führen insgesamt zu einer erheblichen Skepsis hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der Institutionen. Nur knapp drei Prozent der Kommunikationsprofis stimmen der Einschätzung zu, Regierungen und Behörden seien in ihrer Kommunikation hochgradig glaubwürdig gewesen – gegenüber etwa zwei Dritteln, die dieser Aussage widersprechen.


Unklare EU-Zukunft

Klar zum Ausdruck brachte die Umfrage bei den Kommunikationsexperten, dass es den europäischen Regierungen bisher nicht gelungen ist, ein eindeutiges Bild der Zukunft eines vereinten Europas nach der Krise zu vermitteln. Die Untersuchung zeigte keine signifikanten Unterschiede zwischen Teilnehmenden aus unterschiedlichen geografischen und wirtschaftlichen Gebieten – das heisst zwischen Mitgliedern der Euro-Zone, EU-Mitgliedern ohne Euromitgliedschaft oder auch Nicht-EU-Mitgliedern.


Einige Daten zur Umfrage:

Teilnehmende:
- 111 Teilnehmende aus 23 Ländern.

Regionen:
- 89 Teilnehmende in Europa, 22 ausserhalb Europas.

Innerhalb Europas:
- 40 in der Euro-Zone.
- 30 in EU-Mitgliedsstaaten, ausserhalb der Euro-Zone.
- 19 ausserhalb EU und Euro-Zone (Schweiz und Liechtenstein).

Rollen:
- 68 Teilnehmende auf Unternehmens-, 43 auf Agenturseite.

Auffällig hohe Seniorität der Umfrageteilnehmenden:
- Gegen 65 Prozent der Teilnehmenden auf Unternehmensseite berichten an die erste oder zweite Führungsebene (CEO, Group Management, Vice President).
- Rund 70 Prozent der Teilnehmenden auf Agenturseite führen den Titel CEO, Managing Director oder Vice President.
 

Externe Links:
www.infinitelatitude.com
www.pr-kfs.ch

Tags:
Marketing & Kommunikation
Infinite Latitude

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