«Bundesrat unterschätzt die dramatische Lage der Regionalmedien»

Dass der Bundesrat die schwierige Lage der Medien zwar erkennt, aber nicht entsprechend handelt, stört nicht nur CH-Media-Verleger Peter Wanner.

In der Antwort auf eine Interpellation von BDP-Nationalrat Bernhard Guhl schreibt der Bundesrat, dass man sich der «schwierigen Lage bewusst» sei. Die aktuelle Entwicklung gefährde die Medienvielfalt.

Auch wenn sich diesbezüglich scheinbar alle – Bundesrat, Verband Schweizer Medien (VSM) und Interpellant Guhl – einig sind: Grund zu handeln sieht die Landesregierung scheinbar keinen. Guhl stört sich gegenüber der Schweiz am Wochenende daran, dass der Bundesrat den Ausbau der indirekten Presseförderung ablehne und auch sonst in keiner Weise aufzeige, wie die für die Demokratie zentrale regionale Berichterstattung erhalten werden könne.

Ginge es nach VSM-Vizepräsident und CH-Media-Verleger Peter Wanner, müsste die indirekte Presseförderung über die Post-Zustellung «als Soforthilfe» von 30 auf 100 Millionen Franken pro Jahr ausgebaut werden. «Der Bundesrat unterschätzt die dramatische Lage der meisten Regionalmedien», so Wanner. Von der indirekten Presseförderung müssten zudem alle Regionalzeitungen profitieren können – also auch diejenigen, die im überregionalen Teil kooperieren und so eine höhere Auflage erreichen als 100'000 Stück. Diese Begrenzung sei «nicht mehr zeitgemäss», findet Wanner gegenüber der Schweiz am Wochenende. Diese Titel gehen heute leer aus. Dem Bundesrat geht es heute darum, kleinauflagige Titel zu fördern. Wanner entgegnet, auch Regionalzeitungen in einem Verbund seien kleinauflagig und würden eigenständige Lokalredaktionen beschäftigen.

Wanners Verlag CH Media, in dem auch die Schweiz am Wochenende erscheint, hat jüngst verkündet, 200 Stellen abbauen zu wollen (Werbewoche.ch berichtete).

So 18.11.2018 - 11:26

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