Kurt W. Zimmermann verlässt Schweizer Journalist - David Sieber wird neuer Chefredaktor

Johann Oberauer, Verleger der Zeitschrift Schweizer Journalist, und sein Chefredaktor Kurt W. Zimmermann trennen sich. Neuer Chefredaktor wird David Sieber.

Übernimmt das Ruder beim Medientitel Schweizer Journalist: David Sieber.

Oberauer und Zimmermann konnten sich laut Mitteilung nicht mehr über die Richtung des Blattes einigen. Verleger Oberauer wünschte sich mehr Rücksichtnahme auf die politische Orientierung vieler Journalisten und eine «weniger verlegernahe Haltung» des Chefredaktors, die sich etwa bei dessen positiver Beurteilung der Zentralredaktionen von Tamedia und CH Media niederschlug. Zimmermann, der auch Weltwoche-Kolumnist ist, bestand hingegen auf seine bekannten wirtschaftsliberalen Positionen.

Oberauer und Zimmermann, die privat seit langem gut befreundet sind, haben sich darum auf eine Trennung geeinigt. Zimmermann zeichnet noch für die nächsten Nummern des Schweizer Journalist verantwortlich und hört im April 2019 auf. Anschliessend wird er für Oberauers deutsches Medienmagazin Kress Pro als Autor tätig sein. Mit kommerziellen Gründen hat die Trennung laut Mitteilung nichts zu tun.

Neuer Chefredaktor wird David Sieber. Sieber hat viele Stationen im Schweizer Journalismus durchlaufen. Er war Auslands-, Wirtschafts- und Bundeshausredaktor, aber auch freier Journalist. Bis 2015 war Sieber Chefredaktor der Zeitung Die Südostschweiz. Zuletzt war er bis September 2018 Chefredaktor der von den AZ Medien herausgegebenen Basellandschaftliche Zeitung. Sieber startet in seiner neuen Funktion im April 2019.

Di 27.11.2018 - 12:28

Kommentare

Wenn ich die Begründung von Herrn Oberauer lese, bin ich fast versucht, mein Abo zu kündigen. Egal, wie man sich zum Thema "Zentralredaktionen" stellt (und da gibt es sehr wohl Für und Wider): Wenn sich der Verleger so in die Redaktion einmischt, kommt das auf die Länge nicht gut. Bin nun gespannt auf die "verlegerkritischen" Ausgaben von Herrn Sieber...

Solche Entwicklungen zeigen, dass es in den Redaktionsstuben weniger um die Sache als um die Meinungs- und Deutungshochheit geht. Einen Unabhängigen und Branchenkenner wie Zimmermann durch einen explizit linken Meinungsjournalisten zu ersetzen – und dies sogar auch klar zu deklarieren (immerhin) – zeigt, woher der Wind weht.
Dabei vegisst der Verleger, woran die Medien (ausser die Zwangsgebühren-finanzierten) leiden: An einem Strukturwandel, welcher dauerhaft nur durch unabhängige und staatskritische Medien bewältigt werden kann.

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