«Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch»

Neben Julius Bär und Tag Heuer ist ABB Titelsponsor der Formel-E-Rennserie. ABB-CEO Ulrich Spiesshofer im Werbewoche-Interview über Marken und Märkte, Solarflugzeuge und das neueste Kommunikations-Tool im Konzern, die Formel E.

ABB-CEO Ulrich Spiesshofer beim Rennen 
in Marrakesch (Foto: zVg).

Seit September 2013 steht Ulrich Spiesshofer an der Spitze von Asea Brown Boveri, kurz ABB. Mit neuen Ideen, neuen Produkten und einer neuen Konzernstrategie brachte er ABB auf die Erfolgsspur. Die renommierte Brand- Finance-Untersuchung bewertete 2017 den Markenwert von ABB um eine Milliarde Franken höher als im Vorjahr und stufte den Züricher Konzern nach oben: von Platz 9 auf Platz 5. 2018 kaufte ABB für 2,17 Milliarden Dollar die Elektroniksparte von GE, Industrial Solutions. Ein Exklusivinterview mit dem CEO über Marken und Märkte, Solarflugzeuge und das neueste Kommunikations-Tool im Konzern, die Formel E.

Das Gespräch wurde bereits in der Werbewoche 3/2018 publiziert.

 

Werbewoche: Herr Spiesshofer, ABB ist ja ein reines B2B-Unternehmen. Ist das Thema «Marke» trotzdem in Ihrer Unternehmensstrategie relevant?

Ulrich Spiesshofer: Schon zu Beginn unserer neuen Konzernstrategie, die wir 2014 initiiert haben, war klar, dass wir das Thema «Marke» künftig stärker in den Fokus rücken werden. Im Oktober 2016 haben wir eine neue Phase unserer Strategie eingeleitet. Die Stärkung der globalen ABB-Marke ist seither ein elementarer Bestandteil der Strategie. Ein Meilenstein war dabei die Ankündigung, unsere weltweit über 1000 Marken unter dem Dach einer einzigen, starken Unternehmensmarke zu konsolidieren. Die neue Markenpositionierung schreibt seitdem ABBs Geschichte als führender Technologie-Pionier in die Zukunft fort.

 

Was versprechen Sie sich von dieser Dachmarken-Strategie?

Der einheitliche Markenauftritt ist ein zentraler Baustein, um das volle Wertpotenzial von ABBs digitalem Angebot auszuschöpfen, da sie die Kundenbindung stärkt, Preisaufschläge erlaubt und die Kaufwahrscheinlichkeit erhöht. Eine Hauptmarke macht für ABB die Vermittlung ihrer Strategie gegenüber den relevanten Stakeholdern sowie die Interaktion mit bestehenden und künftigen Kunden einfacher und unterstreicht den Kunden- und Digitalfokus der Gruppe. Die Vision, Ausrichtung und einzigartige Marktposition von ABB werden durch die Gestaltung der Marke gegenüber Kunden, Aktionären, Mitarbeitenden und allen anderen Stakeholdern noch deutlicher abgebildet. ABBs Geschichte und Strategie spiegeln sich auch in unserem Markenversprechen: «Let’s write the future. Together.»

 

ABB-CEO Ulrich Spiesshofer (r.) im Gespräch mit Werbewoche-Autor Peter Ehm.

 

 

Welche Rolle spielt denn Digitalisierung konkret für Ihren Markenansatz?

Für uns ist das Thema Digitalisierung ein Kernelement der Unternehmensstrategie – und somit des Markenversprechens. Wir sind digital. Das bedeutet für uns die Fähigkeit, Systeme mit Sensoren auszustatten und die so gewonnenen Informationen verfügbar zu machen – mit dem Ziel, daraus Wissen zu generieren. In Kombination mit Machine Learning – also dem Erkennen von Mustern in grossen Datenmengen – ergeben sich so zahlreiche Möglichkeiten, Produktionsprozesse zu optimieren und den Autonomiegrad zu erhöhen. Kurz: Unsere digitalen Technologien erlauben den Kunden, Daten intelligenter auszuwerten, ihre Betriebsführung zu optimieren sowie die Produktivität und Flexibilität zu erhöhen. Durch Digitalisierung steigern wir also den Kundennutzen und gleichzeitig den Wert unserer Marke.

 

Warum hat sich Ihr Unternehmen für die Formel E entschieden, und welche Alternativen standen bei Ihnen sonst noch im Fokus?

Wir passen einfach perfekt zusammen. Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch, das Umfeld äusserst spannend und dynamisch. ABB ebenso wie Formel E sind Spitzenreiter, wenn es um die neuesten Technologien zur Elektrifizierung und Digitalisierung geht. Bereits 2015 hat ABB mit Solar Impulse die erste durch Solarenergie angetriebene Erdumrundung begleitet. Das Solarflugzeug wurde mit ABB-Technik angetrieben – und beweist, dass Transportsysteme aus nachhaltigen Energieträgern schon heute effizient sein können. Ähnlich verhält es sich mit der Partnerschaft zur Formel E. Gemeinsam wollen wir den Einsatz von nachhaltigen Energie- und E-Mobilitätslösungen vorantreiben. Dafür geben wir aber nicht nur unseren globalen Markennamen her. Sondern wir stellen auch unsere Innovationskraft und technologische Erfahrung zur Verfügung.

 

Sie gehören zu den weltgrössten Elektronik- und Roboterherstellern. Welche Produkte oder Einrichtungen werden Sie in die Partnerschaft mit einbringen?

Wir bilden das gesamte Spektrum der Ladetechniken für Elektroautos sowie Elektro- und Hybridbusse ab und bieten zudem Lösungen für die Elektrifizierung von Schiffen und Bahnen an. ABB hat als Marktführer die bisher grösste Anzahl an Schnellladestationen für Elektroautos weltweit installiert. Insgesamt umfasst unser Netzwerk mittlerweile mehr als 6000 Stationen in mehr als 50 Ländern. In der Partnerschaft mit Formel E werden wir an Innovationen arbeiten, die sich sowohl auf das Auto als auch auf die Infrastruktur beziehen. Wir erschaffen nicht nur eine Teststrecke, sondern vor allem eine technologische Plattform, in der wir die Anwendung von nachhaltigen Energielösungen und E-Mobilität bündeln und zukunftsfähig gestalten.

Interview: Peter Ehm

So 10.06.2018 - 13:21

Kommentare

neuen Kommentar schreiben

Klartext

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Web page addresses and email addresses turn into links automatically.
CAPTCHA
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.