«Nach dem ersten Praktikumstag in einer grossen Agentur war ich angefixt»

Swen Morath, Chief Creative Officer bei der 
Y&R Group Switzerland, beantwortet unsere «13 Fragen».

1. Was kommt Ihnen auf keinen Fall ins Büro?

Schubladen. Oder präziser gesagt, Schubladendenken.

 

2. Welche Printmedien haben Sie privat abonniert?

Fly Fishing und Thrasher (Letzteres aus nostalgischen Gründen).

 

3. Das beste Buch, das Sie in letzter Zeit gelesen haben?

«Oje, ich wachse!». Eine sehr hilfreiche Lektüre.

 

4. Das beste Testimonial, das es je gegeben hat?

Jean-Claude Van Damme für Volvo.

 

5. Wären Sie nicht Werber geworden – was dann?

Ich glaube, eine mögliche Alternative reicht nicht aus: Wären meine Schulnoten besser gewesen, hätte ich es mit einem Medizinstudium versucht. Wäre die Ausbildung zum Schreiner nicht so langweilig gewesen, würde ich heute Möbel bauen. Hätte ich nicht die Anmeldefrist der Uni verpennt, wäre ich heute Architekt.

 

6. Fallen Sie auf Werbung herein? Wann?

«Hereinfallen» ist vielleicht die falsche Formulierung, das klingt, als solle man von Werbung getäuscht werden. Aber ich lasse mich gerne von guter Werbung überzeugen oder beeindrucken. Beispielsweise vom «Episode Leak» von Netflix.

 

7. Worauf können Sie unmöglich verzichten?

Ganz klar: Familie.

 

8. Ein Buzz-Wort, das Ihnen auf die Nerven geht?

AI, AR, VR.

 

9. Was hat Sie inspiriert, in die Werbebranche einzusteigen?

Ich bin nicht zielstrebig in die Werbung eingestiegen, sondern eher zufällig hier gelandet (siehe Frage Nummer 5). Aber nach dem ersten Praktikumstag in einer grossen Agentur war ich angefixt. Wo sonst kommt man mit so viel spannenden Menschen in Kontakt, so vielen interessanten Marken, so vielen innovativen Technologien und so vielen kreativen Ideen? Jeden Tag erlebt und lernt man etwas Neues. Das finde ich grossartig.

 

10. Wann herrscht in Ihrer Agentur schlechte Stimmung?

Wenn sich das Agentur-Bier zu Ende neigt.

 

11. Wie wissen Sie bei einer Idee, dass sie gut ist?

Wenn sie mir ein «Wow» entlockt, und das auch noch beim zweiten Mal hinsehen.

 

12    Welche Werbekampagne aus Ihrer Kindheit hat einen bleibenden Eindruck auf Sie hinterlassen?

«Bonduelle ist das famose Zartgemüse aus der Dose». Der Jingle spukt mir jetzt noch von Zeit zu Zeit im Kopf rum.

 

13. Was wird aktuell überschätzt?

Vorhersagen, wie die Welt in 5 oder 10 oder 20 Jahren aussehen wird. Ich hatte als Kind ein Bilderbuch: Das Leben im Jahr 2000. Darin wurden fliegende Autos für die Jahrtausendwende vorausgesagt. Leider fährt mein Auto immer noch auf vier Rädern. Andererseits wurde in dem Buch mit keinem Wort das Internet erwähnt. Oder dass aus dem Wählscheibentelefon ein Smartphone wird, mit dem man auf das Wissen der ganzen Welt zugreifen kann und das auch noch Fotos macht. Wirklich spannend sind die Zukunftsinnovationen, die sich jetzt noch niemand vorstellen kann.

 

Swen Morath (geb. 1973) arbeitet seit Mai 2015 bei der Y&R Group Switzerland und ist seit Juli 2017 Mitglied der Geschäftsleitung. Er trägt als Chief Creative Officer die Verantwortung für die Kreation. Der gelernte Kommunikationsdesigner bringt neben zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen für seine Arbeiten auch internationale Erfahrung mit. In seiner beruflichen Laufbahn war er bei Landor Associates und Skylab Design in London tätig. Weitere Stationen seiner Karriere waren Lowe Corporate in Zürich, Heye DDB sowie Publicis, ebenfalls in Zürich.

 

Die «13 Fragen» erscheinen sowohl Online wie auch in der Printausgabe der Werbewoche. Umsetzung: Thomas Häusermann.

Di 12.09.2017 - 18:59
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