«Nur wer zweifelt, wird besser»

Nico Ammann, Kreativchef bei Heimat Zürich, stellt sich unseren «13 Fragen».

1. Wofür würden Sie gratis arbeiten?

Für meine Mutter, meinen Bruder oder meine Freunde. So eine Frage wird einem nur in unserer Branche gestellt – gratis und Arbeit ist ein Widerspruch in sich.

 

2. Was kommt Ihnen auf keinen Fall ins Büro?

Der amerikanische Präsident.

 

3. Wofür möchten Sie am liebsten werben?

Für Marken, die langfristig denken und den Mut haben, eine klare und differenzierende Haltung einzunehmen.

 

4. Was ist für Sie die momentan grösste Herausforderung für die Werbung?

Was sie schon immer war: Kreativität und deren Effizienz sind schlecht messbar – Big Data, Marktforschung, Targeting hin oder her. Das Bauchgefühl ist ein nicht zu unterschätzendes Messinstrument.

 

5. Ein Buzz-Word, das Ihnen auf die Nerven geht?

Buzz-Word.

 

6. Wofür würden Sie unter keinen Umständen 
werben?

Für Marken und Menschen ohne Rückgrat.

 

7. Nennen Sie uns eine Kampagne, die Ihnen in 
letzter Zeit positiv aufgefallen ist – aber nicht von 
Ihnen stammt.

Dieses Interview wird von Frage zu Frage schwieriger. Spass beiseite. Ich fand unter anderem die Swiss-Plakat-Kampagne grosse Klasse. Obwohl die Tonalität der Kampagne in einigen Umsetzungen, wie zum Beispiel im Spezialinserat in der ADC-Galazeitung, etwas an Konstanz einbüsste.

 

8. Welche Rolle spielen Awards in der Werbebranche?

Es ist eine Hassliebe. Alle wollen Awards gewinnen, und sobald man sie gewonnen hat, behauptet man, dass man sie entweder verloren hat oder in der Toilette aufbewahrt.

 

9. Welche Eigenschaften machen Sie zu einem guten Werber?

Der Selbstzweifel. Nur wer zweifelt, wird besser.

 

10. Welchen Werbeträger finden Sie abscheulich?

Der Schlechte-Werbung-Träger.

 

11. Erhält die Werbebranche für ihre Arbeit genug Wertschätzung?

Anscheinend nicht, sonst gäbe es wohl weniger Award-Shows.

 

12. Was war das Beste, das Sie in den letzten fünf 
Jahren getan haben?

Das Braui-Open, ein Pingpong-Turnier unter Freunden, habe ich 2016 souverän gewonnen.

 

13. Wenn Sie mit unbeschränktem Budget eine Kampagne kreieren könnten, die grosse Teile der Welt erreicht – was wäre Ihre Botschaft?

«Think different».

 

Nico Ammann: Heimat Zürich, gegründet im April 2016, zählt 16 Mitarbeiter und betreut Swisscom, Bank Cler und Zur Rose. Davor vier Jahre Kreativdirektor bei Ogilvy in Frankfurt. Für mehrere Jahre Freelancer, unter anderem in Los Angeles. BFA vom Art Center College of Design, Los Angeles. Einstieg in die Werbebranche bei Advico Young & Rubicam. Mitglied des ADC Deutschland und des TCS. In den vergangenen Jahren über 100 Kreativpreise gewonnen, unter anderem sieben Cannes Lions.

 
Die «13 Fragen» erscheinen sowohl Online wie auch in der Printausgabe der Werbewoche. Umsetzung: Thomas Häusermann.
Di 08.08.2017 - 21:58
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