«Wer am klassischen Agenturmodell festhält, wird bald böse erwachen»

Grischa Rubinick, Executive Creative Director & Partner bei
 The House, stellt sich unseren «13 Fragen».

1. Was kommt Ihnen auf keinen Fall ins Büro?
Ein Traumfänger! Gegen diese Dinger bin ich allergisch. Wir haben schon eine Maneki-Neko, eine asiatische Winkekatze, das reicht.
 

2. Wie sieht Ihr privates TV-Konsumverhalten aus?
Ich bin ein Heavy User – eine meiner grössten Unarten. Das Gute daran ist aber, dass Fernsehen mich teils auch auf gute Ideen bringt – wenn auch nur im Unterbewusstsein.
 

3. Wären Sie nicht Werber geworden – was dann?
Ich wäre Animateur im Club Med geworden oder im besten Fall Snowboard-Pro.
 

4. Hat das klassische Agenturmodell langfristig eine Zukunft?
Langfristig? Das hat es heute schon nicht mehr. Wer das echt noch glaubt und daran festhält, wird bald böse erwachen. Ich sehe da vor allem für die kleineren, innovativen und flexiblen Agenturen grosse Chancen.
 

5. Was halten Sie von Owned Media?
Es ist für jeden Brand ein massiver Fehler, Owned Media nicht zu nutzen. Klar muss man wissen wie, aber dafür gibt es ja Profis wie uns. Vor allem für kleine Marken oder Geschäfte ohne grosses Mediabudget ist das ein super Tool und man kann mit wenig viel erreichen.
 

6. Können Sie uns ein kleines Geheimnis verraten?
Mein Name ist Grischa und ich bin Sneaker-süchtig.
 

7. Was hat Sie inspiriert, in die Werbe- und Kommunikationsbranche einzusteigen?
Das waren mein Vater und mein verstorbener Götti Luigi Grendene. Auch wenn sie es mir nicht leicht gemacht haben, habe ich meine Ziele in der Branche erreicht. Also nix mit Vitamin B.
 

8. Was bereuen Sie?
Da gibt es eine ganze Menge. Wenn ich mich mal für etwas entscheiden kann, werde ich mich wieder melden.
 

9. Welche Eigenschaften machen Sie zu einem guten Werber?
Die Eigenschaft, ein Perfektionist und Pedant zu sein. Ich mache meinen Job mit Herzblut und wünschte mir, dass dies auch auf mein Umfeld überschwappt.
 

10. Welchen Berufskollegen würden Sie mit auf die einsame Insel nehmen?
Benny Goldstein (CD bei KSP). Ich mache ein Kreuz an die Decke, wenn wir uns mehr als einmal im Jahr zum Lunch treffen. So könnte er nicht einfach nach einer Stunde wieder das Restaurant verlassen und zurück in die Agentur rasen … Ausserdem ist er höchst amüsant und ein guter Koch.
 

11. Was nervt Sie an der hiesigen Werbebranche?
Der ewige Futterneid und das Arschkriechen. Ich habe mich auch schon dabei erwischt … leider! Etwas mehr Offenheit und Toleranz wäre ganz schön.
 

12. Wann herrscht in Ihrer Agentur schlechte Stimmung?
Wenn kein Bier mehr im Kühlschrank ist.
 

13. Wie wissen Sie bei einer Idee, dass sie gut ist?
Wenn die Idee sauber über alle Medien, Digital und Klassisch über längere Zeit gespielt werden kann, ohne dabei an Power zu verlieren.

 

Grischa Rubinick wurde die Kommunikation in die Wiege gelegt, denn bereits seine Eltern waren Werber. Er begann seine Karriere als Litograf, arbeitete bald als Grafiker sowie Art Director und wurde schliesslich Creative Director. 2001 machte er seinen Abschluss an der ADC / BSW- Kreativschule. Rubinick hat für verschiedene internationale Netzwerkagenturen gearbeitet, unter anderem für J. Walter Thompson, Advico Young & Rubicam und Publicis. In dieser Zeit entwickelte er zahlreiche erfolgreiche Kampagnen für Marken wie Coca-Cola, Deutsche Bank, Unilever, Orange, Heineken, Mazda oder Garnier. Für seine Arbeit wurde Rubinick mit den wichtigsten nationalen und internationalen Kreativpreisen ausgezeichnet – unter anderem mit mehreren Cannes-Löwen. Seit 2009 ist Grischa Rubinick Mitglied im Art Directors Club Switzerland. 2015 war er Juror am Cannes Lions Festival.

 

Die «13 Fragen» erscheinen sowohl Online wie auch in der Printausgabe der Werbewoche. Umsetzung: Thomas Häusermann

So 05.02.2017 - 12:00

Kommentare

neuen Kommentar schreiben

Klartext

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Web page addresses and email addresses turn into links automatically.
CAPTCHA
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.