LSA fordert einheitliches Buchungs-Tool und ist besorgt über Neutralität von Ad Agent

Nach der Insolvenz von Publicitas melden die führenden Mediaagenturen der Schweiz ihre Bedürfnisse an ein zukünftiges Tool für die Planung und Buchung von Printmedien an und fordern die Verlage auf, ihre Verantwortung für das Print-Gattungsmarketing schnell wahrzunehmen.

Leading Swiss Agencies begrüsst in einer Mitteilung vom Donnerstag die Bemühungen der Verlage, eine Nachfolgegesellschaft zu Publicitas auf die Beine zu stellen. Der Verband der führenden Kommunikations- und Mediaagenturen ist der Meinung, dass es im primären Interesse der Verlage sein sollte, dem Markt zeitnah einen einheitlichen Standard mit einem modernen Tool zur Verfügung zu stellen, mit welchem Printplanungen vollständig, sicher, plattformunabhängig, zuverlässig und benutzerfreundlich abgewickelt werden können.

«Es ist wichtig, dass die Printbranche in dieser Situation geschlossen agiert. Es wird hoffentlich in kurzer Zeit möglich sein, Planungen und Buchungen für alle Titel wieder über ein Tool abzuwickeln», betont Beat Krebs, CEO Publicis Media und Vizepräsident des LSA.

Denn eine schnelle Einführung eines einheitlichen Buchungstools für die Gattung Print wäre aus Sicht der führenden Kommunikations- und Mediaagenturen mehr als wünschenswert. In anderen Gattungen längst gelebte Realität, wäre eine deutliche Effizienzsteigerung gerade für Print überlebenswichtig. Eine einheitliche Lösung zur Abwicklung des Printvolumens sollte im Interesse von den Verlagen sein, um die hoch fragmentierte Printlandschaft entsprechend zu bewirtschaften. Sollte es diese Lösung nicht geben, wird der Druck auf die Umsätze in dieser Gattung deutlich grösser werden.

 

Neutralität gewährleistet?

Sorge bekunden die LSA-Mediaagenturen zudem, was die Neutralität der neuen Gesellschaft betrifft – ein Thema, das den Kommunikations- und Mediaagenturen bis jetzt noch nicht zufriedenstellend beantwortet wurde. «Wie stellt Ad Agent sicher, dass Informationen, welche nicht die Trägerunternehmen von Ad Agent betreffen, vertraulich behandelt werden?» fragt Catherine Purgly, Geschäftsführerin des Verbands LSA.

Auf der operativen Ebene sei zudem sicherzustellen, dass auch der ganze Bereich der Special Interest- und Fachtitel abgedeckt werde. Dieser Bereich sei schlussendlich am aufwändigsten in der Planung, argumentiert der LSA. Zur Abdeckung gehöre auch, dass alle Titel über Ad Agent gebucht werden könnten, unabhängig davon, ob Ad Agent eine Vereinbarung mit diesen abschliesse oder nicht.

Es werde sich weisen, ob es gelinge, mit der neuen Gesellschaft innert kürzester Zeit eine zufriedenstellende Branchenlösung zur Verfügung zu stellen, damit die Gattung Print nach wie vor die Unterstützung der Werbetreibenden und Mediaagenturen erhalte wie bisher.

«Die Erwartungen des LSA an eine Branchenlösung, wie sie die neu gegründete Gesellschaft Ad Agent angekündigt hatte, sind hoch. Deshalb haben wir Bereitschaft signalisiert, an einer Lösung mitzuarbeiten», so Catherine Purgly. (pd/hae)

Do 24.05.2018 - 20:54

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