Knatsch um Bildschirmwerbung in Zürich

In Zürich ist ein Streit um Bildschirmwerbung im Gange, der schon das Bundesgericht erreicht hat. Die Stadt befürchtet, dass leuchtende Werbung auf Flachbildschirmen das historische Ortsbild des Niederdorfs stören könnte.

  In Zürich ist ein Streit um Bildschirmwerbung im Gange, der schon das Bundesgericht erreicht hat. Jürg Knecht und seine Plakatwerbungsfirma Citylights haben am Eingang zum Niederdorf eine Glasvitrine an einer Hauswand installiert, in der auf einem Flachbildschirm im Zehn-Sekunden-Takt wechselnde Werbung aufleuchtet. Das passt der Stadt nicht. Wie der Tages-Anzeiger berichtet, hat sie Knecht aufgefordert, die Flachbildschirme zu entfernen. Dadurch würde nämlich das historische Ortsbild des Niederdorfs gestört werde. Jürg Knecht hat den Fall ans Bundesgericht weitergezogen. Dieses hat zwar noch nicht entschieden. Aber es hat Ende März von Knecht das vorläufige Einstellen der Leuchtwerbung verlangt, bis das Gericht entschieden hat. Dem ist Knecht seither nicht nachgekommen. Das Hochbaudepartement fordert nun vom Plakatwerber, dass er die Bildschirme sofort abstellt. Andernfalls werde die Stadt entweder den Strom für die Vitrinen abstellen oder diese abdecken und versiegeln. Wie Departementssprecher Urs Spinner dem Tages-Anzeiger sagte, befürchtet die Stadt, dass sich die Idee von Knecht wegen des für Werber interessanten langsamen Passantenverkehrs im Niederdorf rasch ausbreiten und das Ortsbild erheblich stören wird.
Knecht konnte am Wochenende noch nicht sagen, wie er auf das Ultimatum der Stadt reagieren wird. Auf jeden Fall sei das Verdikt für ihn «existenzgefährdend». Er habe insofern reagiert, als er den Bilderwechsel nun ohne optischen Ellipseneffekt vornehme. Knecht fühlt sich gemäss Tages-Anzeiger total im Recht und hat bereits einen ähnlichen Flachbildschirm an anderer Lage installiert.
Mo 18.08.2008 - 12:36

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