Eines von weltweit fünf Unternehmen: Apple-Deal ist für Ifolor ein Coup

Der Thurgauer Fotodienst Ifolor ist einer der fünf von Apple ausgewählten Fotodiensten, für welche die App «Fotos» des neuen Betriebssystems High Sierra geöffnet wird. Ein grosser Wurf für das Kreuzlinger Familienunternehmen.

Craig Federighi stellt in seiner Keynote die beteiligten Firmen vor – darunter Ifolor aus Kreuzlingen (Bild: Screenshot Apple.com).

Bei der Keynote von Apples Senior Vice President Craig Federighi war bei der Präsentation der neuen Drittanbieter von Apples Fotos-App nebst White Wall, Shutterfly, Animoto und Wix auch das Logo des Schweizer Familienunternehmens Ifolor zu sehen.

Die App Fotos in MacOS High Sierra fügt nämlich eine neue, stets verfügbare Seitenleiste hinzu, die Alben und Organisationswerkzeuge anzeigt. Zum ersten Mal bietet die Unterstützung von Drittanbieter-Projekterweiterungen den Zugriff der oben genannten Druck- und Publishing-Services direkt innerhalb der Fotos App. Dies teilte Apple am 5. Juni offiziell mit. Neu kann man also direkt aus der App heraus bei Ifolor drucken lassen.

 

Ungewissheit bis zur Präsentation

Für das Kreuzlinger Unternehmen mit seinen 270 Angestellten ein grosser Wurf. Seit Januar habe ein Team von 20 Angestellten ausschliesslich an dem Projekt gearbeitet, sagt CEO Filip Schwarz zur SonntagsZeitung. Und dies, obwohl man bis zur Präsentation nicht wusste, ob man wirklich mit im Boot sei und was Apple präsentieren werde. Aufmerksam auf Ifolor geworden ist der Milliarden-Konzern durch die Ifolor-App, welche optimal und präzise auf die Apple-Umgebung abgestimmt ist.

Zur Feier des Tages durfte jeder Angestellte auf Ifolor-Kosten mit der Familie essen gehen. «Bis jetzt hab ich noch keinen obszön hohen Spesenbeleg bekommen. Vertrauen kommt immer zurück», so der junge CEO Schwarz.

 

Filip Schwarz, seit Januar 2015 CEO der Ifolor-Gruppe. Die Eignerfamilie Schwarz führt das Unternehmen in dritten Generation. Filip Schwarz, war zuvor Chief Marketing Officer der Gruppe. (Foto: Ifolor)

 

Halb Europa bestellt bei Ifolor

Der Apple-Deal wird sich für Ifolor auszahlen: 20 Millionen Franken Jahresumsatz dürften hinzukommen, denn halb Europa wird neu beim Kreuzlinger Unternehmen Produkte beziehen. Namentlich: Italien, Spanien, Frankreich, Grossbritannien und die Benelux-Staaten.

Und noch etwas hat sich durch den Apple-Einfluss verändert: Dem Schweizer KMU verleihe die neue Rolle «den Hauch eines sexy Arbeitgebers», schreibt die SonntagsZeitung. So habe es in den letzten Tagen 50 Spontanbewerbungen von qualifizierten Spezialisten gegeben, erzählt Schwarz.

Unter anderem wegen des Apple-Engagements hat Ifolor in Zürich einen neuen Standort aufgemacht und stellt derzeit ein Team von 30 bis 35 Spezialisten zusammen. Diese sollen nicht nur mit Löhnen auf Google-Niveau gelockt werden, sondern auch mit Schwarzs Vorstellung von einem optimalen Arbeitsklima: Dieses ist locker, bietet Entwicklerfreiheit – und beispielsweise Eltern die Gelegenheit, ihre Babys mit ins Büro zu nehmen. (hae)

So 11.06.2017 - 12:21
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