Erleichterung im Tessin nach Nein zu No-Billag-Vorlage

Die No-Billag-Initiative ist eher überraschend auch im Kanton Tessin klar gescheitert. 65,51 der Stimmenden lehnten die Vorlage ab. Die Gegner reagierten mit Zufriedenheit und Erleichterung - die Befürworter mit Enttäuschung.

«Die Tessiner Regierung ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis der heutigen Abstimmung», gab der Tessiner Staatsrat in einer Medienmitteilung bekannt. Das bedeute, dass die Bevölkerung zum aktuellen Finanzierungssystem der Radio- und Fernsehanstalten stehe, seien sie nun öffentlich oder privat.

Regierungspräsident Manuele Bertoli selbst zeigte sich auf Anfrage der SDA ebenfalls erleichtert über den Abstimmungsausgang: "Es war nicht abzusehen, aber nun hat sich die Öffentlichkeit klar für die Dienstleistungen von öffentlichen und privaten Fernseh- und Rundfunkanstalten entschieden." Die nächsten Schritte der SRG müssten nun gut durchdacht werden.

Zuvor hatten sich bereits CVP-Ständerat Filippo Lombardi und SP-Nationalrätin Marina Carobbio gegenüber der SDA erleichtert und zufrieden über das Ergebnis geäussert. Lombardi zeigte sich sehr zufrieden, auch wenn er «nie daran gezweifelt hat, dass die Initiative auch im Tessin abgelehnt wird», wie er auf Anfrage sagte. Aber dass das Ergebnis so klar sei, sei natürlich ein Grund zur Freude und zeige, wie sehr die Bevölkerung mit dem öffentlich-rechtlichen Radio und Fernsehen verbunden sei und ihm vertraue.

Der Direktor des Radio und Fernsehens italienischer Sprache RSI, Maurizio Canetta, sagte zufrieden: «Die Vernunft hat gesiegt. Die Tessiner haben begriffen, dass sie vier Mal mehr Gelder bekommen, als sie an Rundfunkgebühren liefern.»

Enttäuscht sind die Befürworter der Initiative. In einer Stellungnahme äusserte sich der Initiant im Tessin, Alain Bühler, jedoch optimistisch: Immerhin habe man erreicht, dass die Gebühren gesenkt worden seien und dass eine Diskussion über die SRG, ihre Leistungen und ihren Umfang in Gang gekommen sei. (SDA)

So 04.03.2018 - 15:56
Wirtschaftsgebiet & Region

Kommentare

Alain Bühler meint also, dass die Initiative erreicht habe, dass die Gebühren ab 2019 gesenkt werden. Das hat allerdings nicht das geringste mit der Initiative zu tun. Vielmehr damit, dass die Bevölkerung 2015 die stärkere Belastung von grossen Unternehmen genehmigt hat. Eine Massnahme, die mindestens ein Teil der Initianten auch heute noch nicht verdaut hat.

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