Über 5000 Künstlerinnen und Künstler mobilisieren gegen No-Billag

No Billag, No Culture: Mit diesem Slogan rufen über 5000 Künstlerinnen und Künstler aus Musik, Theater, Film und Literatur zu einem Nein zu No-Billag auf. Auf der Liste stehen Prominente wie Emil, Martin Suter, Melanie Oesch, Stefan Eicher oder Anatole Taubmann.

Auf der Internetseite No-culture.ch haben die Kulturschaffenden ihren Aufruf und persönliche Erklärungen aufgeschaltet. «Die
Initiative kommt mir vor wie ein Arzt, der seinen Patienten totschlagen will, um seinen Husten zu heilen», schreibt Schriftsteller Charles Lewinsky.

Der frühere Moderator von Volksmusiksendungen, Sepp Trütsch, fürchtet: «Ohne die SRG verlieren Volksmusik, Jodel und Volkstheater eine wichtige Plattform.»

 

SRG werde zerschlagen

Und auch Musiker Toni Vescoli kann No-Billag nichts gutes abgewinnen: Bei einem Ja zur Initiative würden künftig «gekaufte Medien» steuern, «was am Radio gespielt wird».

Michael Egger, Philippe Gertsch, Demian Jakob und Marcel Kägi, besser bekannt unter dem Band-Namen «Jeans for Jesus» bringen ihre Meinung so auf den Punkt: «Lieber RABE, 3Fach und co. als Blocher TV.»

Im ihrem Aufruf schreiben die Kulturschaffenden, die No-Billag-Initiative wolle die SRG zerschlagen. Auch 13 regionale Fernsehstationen und 21 Lokalradios wären bei einem Ja am 4. März «in ihrer Existenz bedroht».

«Das stellt nicht nur die freie Meinungsbildung in Frage, sondern auch die kulturelle Tradition der Schweiz: von Volksmusik bis Techno, vom Bestatter bis zum Spielfilm, vom Krimi bis zum Humorfestival.»

 

Kaum mehr Schweizer Musik

Rein werbefinanzierte Sender hätten einen «massiv kleineren Anteil» an Schweizer Musik als die SRG und andere gebührenfinanzierte
Privatradios. «Sparten wie Klassik, Volksmusik, Jazz oder Rock würden nicht mehr stattfinden.» Die SRG sei zudem eine «existenziell wichtige Partnerin» für die Film- und Dokumentarfilm-Produktion.

«Ohne SRG kein Das gefrorene Herz, kein Der schwarze Tanner, keine Reise der Hoffnung – und keinen Oscar für die Schweiz – und kein Schellen Ursli», schreibt Regisseur und Oscar-Preisträger Xavier Koller dazu.

Zwar sei die SRG «nicht perfekt» und über den Service Public müsse diskutiert werden, schreiben die Künstlerinnen und Künstler im Aufruf. Doch das «gefährliche Medien-Monopoly» von No-Billag lehnen sie ab. «Das Gefährliche an der No-Billag Initiative ist, dass sie so harmlos daher kommt», schreiben die Clowns Ursus und Nadeschkin.

Den Aufruf unterzeichnet haben Kulturschaffende aller Genres und aus über 50 Verbänden: Musikerinnen, Schauspieler, Autorinnen, Literarische Übersetzer, Filmschaffende, Kabarettisten, Sprecherinnen, Tänzer - sowohl Laien als auch Profis, wie es in einer Mitteilung der Kampagnenleitung vom Sonntag heisst. (SDA)

 

So 07.01.2018 - 12:41

Kommentare

Danke Herr Hirslanden, genau so ist es. Künstler, die keiner sehen will. Ich lehne sowieso alles ab, was Marc Sway gut findet (sorry Marc). Wenn ich mir unsere Unterhaltungssendungen so anschauen, dann habe ich das Gefühl, die Schweizer Kunstszene besteht nur aus Mike Müller, Herr Giaccobo, Frau Hunziker und Herr Schawinsky. Ich hätte ja grundsätzlich nichts gegen Gebühren, solange diese freiwillig sind. Nutze ich das Angebot nicht, zahle ich es nicht. Aus, fertig, Amen. Liebe SRG, DAS ist das, was euch das Volk und die Initiative sagen wollen. Hört auf uns dazu zu zwingen. Sogar Äthiopien hat ein Staatsfernsehen, also erzählt mir bitte nichts von wegen Pleite etc. Schaut euch mal an, wie viel Geld der Bund so ausgibt für Waffen, Militär, etc. und dann fragt euch, wer hier wirklich zur Kasse gebeten werden sollte. Von wegen die Schweiz nicht verkaufen; den Zürichsee hat man ja auch verkauft an Reiche, die dort ihre Häuser bauen dürfen. Die Swissair wurde verkauft, Elmex ist nach Polen gegangen und und und...! Also hört mir auf damit.

Umso besser dass die No-Billag angenommen wird! Wenn ich den Quatsch hier schon wieder zu Gemüte geführt bekomme was für unnötige Sendungen Millionen verschwenden.

Und „Künstler“ die keiner sehen will. Die uns von Anfang an von der SRG vorgeschrieben wurden. Wird Zeit die Bühne frei zu machen für die richtigen Talente, welche aufgrund der Nachfrage ihre Berechtigung erhalten werden!

Ja zu No-Billag!

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