UPC zieht Klage gegen die Vergabe der Fussballrechte in Betracht

UPC-CEO Eric Tveter zeigt sich im Interview mit der SonntagsZeitung zufrieden mit dem Start von MySports – und unerbittlich im Kampf gegen den Sportkanal-Konkurrenten Swisscom.

«Deutlich mehr» Abonnenten als Teleclub soll MySports in Zukunft haben, sagt Tveter – der sich im Interview mit der Sonntagszeitung zufrieden zeigt über den Start des neuen UPC-Sportsender, der am Freitag den Betrieb aufnahm. Man habe bereits 20'000 MySports-Pro-Kunden gewinnen können, bevor der Sender überhaupt live war – Teleclub hingegen verbuchte zu den besten Zeiten «nur rund 100'000 Abonnenten». Den Unterschied soll der Preis machen: Das Angebot von Teleclub koste zuviel, das UPC-Produkt sei nur halb so teuer.

In den nächsten fünf Jahren will UPC laut Tveter 300 Millionen Franken in MySports investieren. Auf die Frage, ob das investierte Geld wieder eingespielt werde, zeigt sich der CEO zuversichtlich: «Absolut».

Dass die neuen Entwicklungen im TV-Markt für den Endnutzer nicht nur Vorteile hat, bestreitet Tveter nicht: «Ich weiss, dass die neue, kompetitivere Fernsehwelt für einige Fans eine Veränderung bedeutet.» Für den Sport sei sie aber besser, da dieser mehr Geld erhalte – das komme am Ende auch wieder dem Kunden zugute, so der UPC-Chef.

 

UPC denkt über Klage nach

Derweilen scheinen die Fronten, was die Fussball- und Eishockeyrechte betrifft, verhärteter denn je. Die Swisscom möchte auf Teleclub ebenfalls Schweizer Eishockey zeigen. Verhandlungen gäbe es aber keine mehr, sagt Tveter: «Die Swisscom hat uns kein vernünftiges Angebot gemacht». Die Swisscom hatte im April Klage bei der Weko eingereicht (Werbewoche.ch berichtete), auf diese wurde aber bisher nicht eingegangen (Werbewoche.ch berichtete).

Parallelen zum Fall Swisscom, als die Wettbewerbskommission (Weko) dem Unternehmen eine Strafe von 72 Millionen Franken aufbrummte, weil ihrer Ansicht nach ein Monopol bei den Fussballrechten herrschte, sieht Tveter keine: Die Weko habe damals nicht die Exklusivität bestraft, sondern die Art und Weise, wie die Swisscom an die Rechte gelangt sei und weil sie andere Unternehmen bei der Weitergabe der Rechte diskriminiert habe. «Wir überlassen MySports bereits anderen Anbietern und Vertriebspartnern, zu gleichen Konditionen für alle. Deshalb stehen wir, juristisch gesehen, auf sicherem Boden.»

Nicht vom Tisch ist für Tveter die Vergabe der Fussballrechte 2017, bei der man übergangen worden sei, obwohl man den höchsten Preis geboten habe. «Wir überlegen uns wegen der Vergabe der Fussballrechte eine Klage gegen die Fussballliga und gegen die Swisscom», so der UPC-CEO. Ein Entscheid sei hingegen noch nicht gefallen. (hae)

So 10.09.2017 - 10:14

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