Coop wirft überteuerte Magazine aus dem Sortiment

«Wechselkurs-Profiteure»: Coop macht ernst und verbannt mehrere Zeitschriftentitel aus dem Regal. Betroffen sind unter anderem Der Spiegel, Vogue und Micky Maus.

In einem Inserat in den Sonntagszeitungen kommuniziert der zweitgrösste Schweizer Kioskbetreiber unter Chef Joe Sutter, man habe sich entschieden, nach erfolglosen Verhandlungen die genannten Zeitschriftentitel bis auf weiteres nicht mehr anzubieten. Betroffen von der Verbannung sind die Titel Freizeit Revue, Der Spiegel, Gala, Neue Post, Micky Maus und Vogue.

Damit reagiert Coop öffentlichkeitswirksam auf ein jahrelanges Ärgernis, das sich seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses noch zugespitzt hat: Nebst dem in dieser Höhe schwer nachvollziehbaren «Schweiz-Zuschlag», den ausländische Verlage auf ihren Titeln erheben, fliessen nun auch die Wechselkurs-Gewinne vollumfänglich in die Kassen der Verlage. So muss ein Schweizer Kind für Micky Maus hierzulande 6 Franken (!) bezahlen, während der identische Titel in Deutschland 2,99 Euro kostet – ein Aufschlag von 89 Prozent.

Bereits im Januar liessen die Verlage gegenüber Werbewoche.ch wenig Hoffnung aufkommen, dass sich an der Schröpferei der Schweizer Leserschaft bald etwas ändern könnte. Und auch nach den neusten Entwicklungen zeigen sie sich – zumindest vordergründig – wenig beeindruckt. Gegenüber der Schweiz am Sonntag will sich der Spiegel-Verlag gar nicht äussern, der Condé-Nast-Verlag (Vogue) gibt an, man beobachte die Entwicklung in der Schweiz, «einen aktuellen Beschluss für eine Preisanpassung» gäbe es aber nicht. (hae/SaS)
 

So 15.03.2015 - 09:33
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