Keine Verletzung der Privatsphäre

Die Publikation privater Bilder von einer Ex-Miss-Schweiz und deren Ex-Freund, bewertet der Presserat als insgesamt «aus berufsethischer Sicht korrekt».

Kurz nachdem sich eine Ex-Miss-Schweiz und ihr Freund getrennt hatten, publizierte Blickamabend.ch Fotos des Paares. Die Bilder stammten allesamt vom Instagram-Account des Freundes - er hatte ihn für alle zugänglich gemacht. Hat die Online-Ausgabe von Blick am Abend damit medienethische Grundsätze verletzt?

Für den Presserat ist das Argument, dass sich weder die Ex-Miss-Schweiz noch ihr Ex-Freund gegen die Veröffentlichung der Bilder gewehrt haben, nicht stichhaltig. Grundsätzlich muss bei der Veröffentlichung von privaten Fotos aus sozialen Netzwerken eine ausdrückliche Zustimmung eingeholt werden. Wenn jedoch ein Konto bewusst und freiwillig öffentlich zugänglich gemacht wird und der Inhaber sowie die Personen auf den Bildern bereits in der Öffentlichkeit erschienen sind, könnte eine Veröffentlichung der Fotos gerechtfertigt sein, präzisiert der Presserat in seiner Stellungnahme.

Der ausschlaggebende Punkt ist jedoch ein anderer: Die ehemalige Miss Schweiz hat mehrmals öffentlich über ihre Beziehung inklusive Krisen Auskunft gegeben. Durch ihr Verhalten haben die ehemalige Miss Schweiz und ihr Freund - dieser jedoch in weit geringerem Mass - darüber bestimmt, bis zu welchem Grad ihr Privatleben in der Öffentlichkeit thematisiert wird. Der Presserat ist deshalb der Ansicht, dass die Publikation dieser harmlosen Fotos, welche die Intimsphäre der beiden kaum tangieren, aus berufsethischer Sicht korrekt war.

Fr 06.01.2017 - 22:51

Kommentare