3+ will neu Fiction produzieren

Exklusiv: 3+ will künftig nebst den bewährten Doku-Soaps auch fiktionale Inhalte selber produzieren. Senderchef Dominik Kaiser erläutert die Pläne gegenüber der Werbewoche.

«Verraten, um was es bei der ersten von 3+ produzierten, fiktionalen Pilotsendung gehen wird, möchte ich noch nicht», sagt Kaiser. Wann es losgeht, hingegen schon: «Im Sommer ist Drehbeginn».

Mit der Pilotsendung wolle man das Thema, die Story und die Charaktere bei den Zuschauern testen. «Denn es geht ja nicht um die Präferenzen von uns, sondern um die des breiten Publikums» erklärt Kaiser. «Das ist im Übrigen auch das international übliche Vorgehen.»

Kommt der Pilot gut an, geht 3+ in die Serien-Produktion. Und wenn nicht? «Dann machen wir weitere Pilotsendungen mit anderen Themen und Storys», sagt der 3+-Gründer.

Genauso wichtig wie ein packendes Thema, eine gute Story und spannende Charaktere ist aber eine günstige und effiziente Produktionslogistik. «Fiktion war bislang sehr teuer», sagt Kaiser. «Damit wir als 3+ uns das leisten können, müssen wir diese deutlich günstiger produzieren können, und zwar ohne, dass der Zuschauer Qualitätsunterschiede merkt.»

Die hohen Kosten bei der Fiktion entstehen vor allem beim Dreh. Dieser sei deutlich komplizierter als der einer Doku-Soap wie beispielsweise «Der Bachelor» oder «Bauer, ledig, sucht...», erklärt Kaiser – und ist zuversichtlich: «Wir glauben aber, dass wir einen Weg gefunden haben, deutlich günstiger und effizienter zu drehen. Kameratests haben wir schon gemacht. Diese verliefen positiv.» Bekannte Regisseure seien keine dabei, so Kaiser.

 

Erstmals auf Platz 2

Die «Marschrichtung» ist klar: 3+ will weitere Felder erschliessen, in denen man der Konkurrenz – speziell SRF – Marktanteile streitig machen kann. Mit den selbstproduzierten Doku-Soaps funktioniert das akutell besser denn je. Der Sender feierte im November mit dem Zugpferd «Bachelor» einen historischen Triumph und überholte in der werberelvanten Zielgruppe in der Primetime nicht nur die gesamte private Konkurrenz, sondern erstmals in der Sendergeschichte auch SRF zwei. Mit anderen Worten: 3+ war im vergangenen Monat der zweit meistgesehene Sender der Deutschschweiz.

«Wir sehen in schweizerischen fiktionalen Geschichten ein grosses Potential beim breiten Publikum» sagt Kaiser. Interessiert war der 3+-Chef auch an den lukrativen Nati-Spielen (Werbewoche.ch berichtete). «Da uns das SRF den Weg verbaut hat, Länderspiele der Schweizer Fussball Nationalmannschaft zu übertragen, weil es uns mit Gebührengeldern einfach stets überbietet, investieren wir nun in Fiktion.» Parallel dazu werde es 2017 deutlich mehr und auch neue Schweizer Eigenproduktionen auf 3+ geben. (hae)

Mi 21.12.2016 - 17:07

Kommentare

neuen Kommentar schreiben

Klartext

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Web page addresses and email addresses turn into links automatically.
CAPTCHA
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.