Bern Welcome setzt auf Qualität und Nachhaltigkeit

Die Jagd nach Rekordergebnissen bei Gäste- und Übernachtungszahlen gehört zum Alltag der Tourismusbranche. Die Dachorganisation Bern Welcome will in Stadt und Region Bern einen Kontrapunkt setzen. Statt Wachstum um jeden Preis will Bern auf Qualität und Nachhaltigkeit setzen.

Eine Logiernächtestatistik sei im Tourismus ein wichtiges Instrument, aber eben auch «nicht das Mass aller Dinge». Das machte Martin Bachofner, CEO von Bern Welcome, am Dienstag an einem Mediengespräch in Bern klar. Der ehemalige Tourismusdirektor von Gstaad leitet seit vergangenem Herbst jenen Schulterschluss der wichtigsten Akteure in den Bereichen Tourismus, Veranstaltungen und Kongresse auf dem Platz Bern.

Qualität, Nachhaltigkeit, Wertschöpfung und Einbindung der Bevölkerung sind Stichworte zur neuen Strategie. Bern soll sich, etwas salopp ausgedrückt, auf sich selbst besinnen und das tun, was zur Stadt und ihren Menschen passt.

In erster Linie sollen sich die Anstrengungen von Bern Welcome auf die Nahmärkte ausrichten, also auf die Schweiz und Europa. Auch Fernmärkte sollen bearbeitet werden, doch nicht «auf Teufel komm raus», wie Bachofner sagte.

 

Leistung vor Werbung

Das Hauptgewicht will Bern Welcome auf Produkte und Angebote legen statt auf Marketing, wie Verwaltungsratspräsident Marcel Brülhart sagte. Punkten will die Stadt mit ihrem «savoir vivre», also dem genussvollen, entspannten Lebensstil, den die Bernerinnen und Berner pflegen. Geschichte und lebendige Traditionen sind ein weiterer Trumpf, den die Unesco-Weltkulturerbestadt ausspielen will.

Auch mit seiner Mischung aus Urbanität und Natur will Bern gefallen. Kultur, Sport, Politik, Bildung und Wissenschaft runden das Portfolio ab. Dies alles soll helfen, die lokale Wertschöpfung zu erhöhen.

Bachofner brachte diverse Ideen ins Spiel, etwa ein begleitetes Aareschwimmen für Gäste oder Rad-, Wander- und Naturkarten, mit denen sich die Stadt genussvoll erkunden lässt. Auch ein Weihnachtsmarkt oder ein Craft Beer Festival wären Ideen.

 

Nachhaltigkeit

Auf Touristengruppen, die in der Innenstadt aus ihren Cars ausgespuckt werden, um kurz ein Foto beim Zytgloggeturm zu schiessen und dann wieder weiterzuziehen, will Bern nicht setzen. Ein Car-Terminal ausserhalb der Innenstadt würde Abhilfe schaffen, sinnierte Brülhart am Dienstag.

Auch isolierte Grossanlässe bringen wenig Nachhaltigkeit in die Stadt. Bern wolle sich künftig gut überlegen, welche Grossanlässe zur Stadt passten und wie man sie nachhaltig verankern könne. Auch bei den Kongressen will Bern seine vorhandenen Stärken als Polit- und Wissenschaftszentrum ausspielen. Universitäre Formate sollen künftig verstärkt unterstützt werden. Und schliesslich möchte Bern Welcome auch den Dialog mit der Politik verbessern. Die Vorgängerorganisation Bern Tourismus habe nicht genügend Wertschätzung erfahren, bedauerte Brülhart. Zudem sei es im Umfeld zu Konflikten gekommen.

Mit Bern Welcome sind nun alle Partner näher zusammengerückt und arbeiten, bis auf die städtischen Einheiten, alle unter einem Dach. Zur Destination Bern gehört nicht nur die Stadt, sondern auch das Gantrischgebiet und das Emmental. (SDA)

Bild: Screenshot Bern.com

Di 27.02.2018 - 15:46
Thema
Wirtschaftsgebiet & Region

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