Dennis Lück gibt den Aargauer Gemeinde-Slogans gute Noten

Dennis Lück, der in Wohlen wohnhafte «Werber des Jahres» 2017, hat die Claims der Aargauer Gemeinden analysiert. Der Kanton seiner Wahlheimat kommt dabei recht gut weg.

86 Gemeinde-Slogans hat Dennis Lück für die Schweiz am Wochenende unter die Lupe genommen. Von «Aarburg – zentral ideal!» bis «Zufikon – einfach lebenswert!» – die Claims zeigten, «dass der Kanton Aargau generell ein ganz toller Ort zum Leben» sei, findet der Jung-von-Matt-Kreativchef, der im Mai von der Werbewoche zum «Werber des Jahres» 2017 gekürt wurde. Die vielen positiven Konnotationen zeigten, wie sehr man es möge, im Aargau zu wohnen.

Lück hat sich in der Aargauer Gemeinde Wohlen fest niedergelassen, baut ein Haus und nimmt aktiv am Gemeindeleben teil, wie er im Mai gegenüber dem Wohler Anzeiger erklärte: «Schon allein der Kinder wegen. Da sieht man mich schon mal am Andrew-Bond-Konzert oder bei den Modellschiffen in der Badi».

Wieso es die Lücks überhaupt in die viertgrösste Aargauer Gemeinde verschlagen hat? Die Anforderung an sein neues Zuhause sei gewesen, dass es im Umkreis von 30 Kilometern zu seinem Arbeitsplatz liegen musste: «Wir sind zufällig in Wohlen gelandet. Und haben hier Freunde gefunden. Darum wollen wir auch in Zukunft hier bleiben».

Es verwundert deshalb auch nicht, dass Lück den Wohlen-Claim «lebendig & mittendrin» zu seinen Favoriten zählt. Der Slogan funktioniere aber nur, wenn das, was er behaupte, von der Gemeinde in die Tat umgesetzt werde. «Wohlen macht das gut», findet Lück. «Wir versuchen, im Zentrum zu stehen und mit allem, was wir tun, lebendig zu sein. Das kann sich in jedem Dorffest, in jeder Gemeindeversammlung widerspiegeln. Wenn ein Claim eine solche Orientierung vorgibt, ist er gut.»

Diese Handlungsvorgabe nennt Lück – nebst der Fünf-Wörter-Grenze – die zwingende Anforderung an einen grossen Claim. Der für globale Unternehmen bis zu einer Viertelmillion Franken koste. Geld, das für eine Aargauer Gemeinde natürlich im Neubau eines Kindergartens natürlich besser aufgehoben sei, sagt Lück.

Auch die Gemeinde Widen mit «Gemeinde mit Weitsicht» wird vom «Werber des Jahres» gelobt: «Das bezieht sich auf die Schönheit der Gemeinde und ist gleichzeitig eine klare Handlungsanweisung, wie man beispielsweise auf der dortigen Verwaltung arbeiten soll.»

Und selbst «Wir. Birr.» kommt verhältnismässig gut weg – obwohl sich die beiden Wörter nicht einmal richtig reimen. Der Claim sei «so gaga, dass er schon wieder hängen» bleibe. «Er hat kein inhaltliches Potential, dafür ein hohes Klebepotential. Das ist auch eine Leistung». (hae)

 

Das ganze Interview und die Liste aller Claims finden Sie auf Aargauerzeitung.ch.

Mo 04.09.2017 - 15:49
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