Tag Heuer geht Kooperation mit Alibaba ein und verkauft Uhren in China online

Die chinesische Kundschaft steht auf Online-Shopping – Tag Heuer geht deshalb eine Partnerschaft mit Alibaba ein.

Die chinesische Schauspielerin Sonjg Jia, Markenbotschafterin von Tag Heuer in China, beim Launch-Event der Kooperation im Februar 2017.

Wie die Schweiz am Wochenende berichtete, geht die Westschweizer Uhrenmarke in China neue Wege. Manager Jean-Claude Biver, Uhrenchef des französischen Tag-Heuer-Mutterhauses LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton, hat mit dem Onlinewarenhaus Tmall, das zur Alibaba-Gruppe gehört, eine Partnerschaft geschlossen.

Die Uhrenmarke erzielte bisher nur drei Prozent ihres Umsatzes in China. Dank der Tmall-Kooperation sollen es laut Biver in den nächsten drei bis fünf Jahren zehn Prozent werden.

LVMH, der weltweite Branchenführer der Luxusgüterindustrie, prüft diese Online-Strategie auch bei anderen der über 70 zum Konzern gehörenden Marken. Bereits die LVMH-Kosmetikmarken For Ever, Guerlain und Sephora sind auf Tmall präsent.

Tag Heuer tritt in China bereits als Sponsor der nationalen Fussball-Liga auf und arbeitet mit der Weltraumbehörde zusammen.

 

Luxus-Branche ziert sich vor online

Obwohl Tag Heuer bereits Uhren über Portale von Drittanbietern verkauft, ist die Kooperation in der Luxus-Branche speziell. Vielfach herrsche da noch die Meinung vor, dass zu teuren Prestigeobjekten eine Premium-Beratung und gestylte Showrooms gehörten, heisst es in der Schweiz am Wochenende. Tag Heuer ist denn auch die erste Schweizer Uhrenmarke, die mit dem chinesischen Internetgiganten Alibaba zusammenarbeitet.

Dieser Schritt sei richtig, findet Jean-Philippe Bertschy, Analyst der Bank Vontobel. Denn der Trend gehe auch in der Luxus-Branche Richtung online – auch wenn viele Marken ihr Filialnetz bis vor kurzem noch sehr stark vergrössert hätten. Bertschy stellt in Frage, ob das «nur schon mittelfristig die richtige Strategie» sei. Besonders in China, wo die Kundschaft anders ticke und sich schneller neuen Technologien anpasse.

 

Vereinbarung gegen Fälschungen

Chinesische Onlineportale waren den Schweizer Uhrenherstellern bisher vor allem eines: Ein Dorn im Auge. Denn sie sind voll von teilweise verblüffend authentisch nachgebauter Fälschungen, die zu einem Bruchteil der teuren Schweizer Originale angeboten werden. Mit Tag Heuer betritt nun erstmals eine Schweizer Uhrenmarke aktiv dieses «Schlachtfeld» – und bestimmt die «Spielregeln» gleich mit. So habe sich laut einer Tag-Heuer-Sprecherin Tmall verpflichtet, keine Fälschungen der Uhrenmarke zu verkaufen. Details über die Vereinbarung werden nicht bekannt gegeben.

Schweizer Marken wie Victorinox betreiben grossen Aufwand, um chinesische Plattformen zu überwachen und fehlbare Angebote löschen zu lassen. Pro Monat sollen es etwa deren 1000 sein. Auch der Verband Schweizer Uhrenmarken liess 2016 1,3 Millionen Angebote auf diversen Onlineplattformen löschen. (hae)

 

Mo 19.06.2017 - 15:37

Kommentare

neuen Kommentar schreiben

Klartext

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Web page addresses and email addresses turn into links automatically.
CAPTCHA
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.