Nach schlechtem Winter erwacht Optimismus für den Sommertourismus

Nach einem schlechten Winter 2017 rechnet Schweiz-Tourismus-Direktor Jürg Schmid mit einer Trendwende für den Sommer.

«Die Indikatoren bestätigen, dass der Schweizer Sommertourismus nach Jahren unter Druck des Frankens sich erstmals sanft erholen wird», sagt Schmid. Für die Bergbahnen war es im ganzen Alpenraum kein guter Winter, wie Schmid am Donnerstag vor den Medien in Zürich sagt. Die Frequenzen der Bahnen nahmen um 3 Prozent ab. Die Hoteliers hingegen dürften die Saison mit einem leichten Plus von 1 Prozent abschliessen.

Die Touristen hätten zwar in den Bergen übernachtet, seien aber wegen der Schnee- und Wetterverhältnisse mehr Winterwandern oder Wellnessen als Skifahren gegangen. «Es ist eine Realität, dass sich die Wintersaison wegen dem Klimawandel in Zukunft verkürzt», führt der Direktor von Schweiz Tourismus am Rande der Sommermedienkonferenz der Organisation gegenüber der Nachrichtenagentur SDA aus.

Verlängern würden sich dagegen der Sommer und der Herbst. «Daher sehen wir die grossen Wachstumschancen für den Schweizer Tourismus im Sommer und Herbst», so Schmid. Allerdings könnten das Sommer- und Herbstgeschäft einen schlechten Winter nicht kompensieren. Denn die Bergbahnen generierten im Schnitt immer noch 80 Prozent der Einnahmen im Winter. Bis sich das drehe, sei es noch ein weiter Weg.

 

Chinesen kommen zurück

Schweiz Tourismus erwartet für das Sommergeschäft eine Erhöhung von 1,4 Prozent bei den Logiernächten, für das Gesamtjahr ein Plus von 1 Prozent. Nachdem der starke Franken über die letzten Jahre den Sommertourismus beeinträchtigt hat, rechnet Schmid mit einer Trendwende - einer sanften Erholung.

Sehr optimistisch stimmen ihn die positiven Absatzindikatoren aus China. Wegen den Anschlägen in Europa brachen die Übernachtungen von Chinesen letzten Sommer um 19 Prozent ein. «Weitere Vorkommnisse würden die Nachfrage aus China entscheidend beeinflussen», sagt Schmid. Während die Gäste aus Asien wieder ein gutes Wachstum bringen sollten, aber sensitiv auf Anschläge sind, gelten die Amerikaner als solide. «Die Amerikaner entdecken Europa wieder», sagt Schmid. Die Übernachtungen der Amerikaner sollen mit plus rund 6 Prozent am meisten zulegen. Wachstumsträger seien auch die Benelux-Länder, Italien und Frankreich sowie die wichtige Gästegruppe der Inländer. Aus Deutschland soll die Nachfrage erst gegen Ende Sommer wieder steigen. Grossbritannien bleibe eine Blackbox auch wegen den Unsicherheiten durch die anstehenden Wahlen.

 

Sommermarketing setzt auf Erlebnisse

Die Kampagne für das Sommermarketing lässt sich Schweiz Tourismus 45,5 Millionen Franken kosten. Sie investiert unter anderem in 700 Erlebnisangebote und neue Online-Plattformen. Zu den auf der Website abrufbaren Erlebnisangeboten zählen unter anderem 130 Angebote für Wildtierbeobachtungen mit professionellen Guides sowie 220 mietbare Alphütten. Die seit einigen Jahren laufende Marketing Aktion «Grand-Tour of Switzerland» wird diesen Sommer klimafreundlich. Die auf individuelle Bedürfnisse ausgelegte Rundreise durch die Schweiz lässt sich neu mit einem Elektrofahrzeug absolvieren. Auf 1600 Kilometern stehen 300 Ladestationen. Laut Schweiz Tourismus ist dies weltweit die erste E-Grand Tour. Das Budget von 45,5 Millionen Franken für die Sommerkampagne ist einiges tiefer als letztes Jahr mit 57 Millionen Franken. Der Grund für die Differenz: Letztes Jahr wurde das Budget noch inklusive der Städtekampagne ausgewiesen. (Claudia Gnehm /SDA/hae)

 

Die internationale Sommerkampagne 2017 von Schweiz Tourismus in Zahlen:

  • Investitionen (Bruttobudget, weltweit): 45,5 Millionen Franken
  • Media Relations**: 60 Pressekonferenzen, 850 eingeladene Journalisten in der Schweiz, 3,8 Milliarden Leser/Zuhörer/Zuschauer, die über die Medien erreicht werden
  • Werbung**: 11 Millionen Broschüren, verteilt weltweit
  • Online-Marketing: 15 Millionen Besucher auf MySwitzerland.com, 3 Millionen Fans und Followers auf den sozialen Netzwerken
  • Zusammenarbeit mit Tour-Operators: 2,5 Millionen direkt beeinflusste Hotelübernachtungen

* Bruttoinvestitionen weltweit, einschliesslich Personalkosten.
** Geplante Ziele. Hotelübernachtungen im Sommer 2016 insgesamt: 20,05 Millionen.

Do 20.04.2017 - 13:39

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