Der Post droht im Paketgeschäft weitere Konkurrenz

Nach dem Eintritt von DHL in den Schweizer Markt droht weiteres Ungemach für die Schweizerische Post: DPD denkt über eine Zusammenarbeit mit DHL nach.

Treten DHL und DPD in der Schweiz bald gemeinsam auf? Zumindest DPD könnte sich eine Zusammenarbeit durchaus vorstellen. (Foto: Paketda.de)

Erst kürzlich hat DHL den Schweizer Markt mit einer eigenen Firma ins Visier genommen und angekündigt, man wolle die Preise der einheimischen Post unterbieten (Werbewoche.ch berichtete). Dies sehr zur Freude der hiesigen Onlineshops, welche sich durch die tieferen Preise eine höhere Konkurrenzfähigkeit gegenüber ausländischen Mitbewerbern wie Zalando, Amazon oder Alibaba erhoffen.

Nun könnte die Luft im Paketgeschäft noch dünner werden. Wie die SonntagsZeitung in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, liebäugelt DPD, eine Tochter der französischen La Poste, im Schweizer Markt mit einer Partnerschaft mit dem deutschen Pendant DHL. DPD ist schon länger auch in der Schweiz tätig und liefert hierzulande in jeden Haushalt.

 

Gemeinsam in entlegene Bergtäler

Die Zeitung zitiert Tilmann Schultze, Chef von DPD Schweiz. Er könne sich eine Zusammenarbeit mit DHL «gut vorstellen», um Haushalte in ländlichen Regionen gemeinsam zu beliefern, so Schultze. Bisher steuern beide Unternehmen mit ihren eigenen Fahrzeugen auch abgelegene Bergtäler an. Ein Schulterschluss würde für DHL und DPD zu einer Kostenreduktion führen.

Vorerst ist dies nur ein Gedanke seitens DPD, Gespräche haben noch keine stattgefunden. In Frankreich arbeiten die beiden Unternehmen aber bereits beim internationalen Versand zusammen. DHL gibt gegenüber der SonntagsZeitung an, es gebe aktuell keine Pläne einer Zusammenarbeit in der Schweiz.

 

DPD stellt DHL-Tiefpreise in Frage

Für die Paketdienste stehen die nächsten Preisverhandlungen mit den wichtigsten Schweizer Kunden, den grossen Onlineshops an. Die Verträge gelten meist für sechs Monate. Nach der Kampfansage aus Deutschland dürfte das Ringen um die tiefsten Preise und die besten Angebote noch härter werden. Bei DPD will man sich allerdings auf keinen Preiskampf mit den Deutschen in der Schweiz einlassen, wie Schultze sagt. Vielmehr wolle man den eigenen Service stetig ausbauen. Ausserdem stellt er in Frage, ob DHL in der Schweiz mit Tiefpreisen auffahren wird – schliesslich habe das Unternehmen in verschiedenen Ländern Preiserhöhungen für 2019 angekündigt.

Noch hat die Schweizerische Post im Paketgeschäft mit einem Marktanteil von 80 Prozent deutlich die Nase vorn. DPD kommt auf 10 Prozent. Mit einem vergleichbaren Stück vom Kuchen wird sich DHL aber nicht zufriedengeben. In Österreich kommt man drei Jahre nach dem Eintritt ins Paketgeschäft bereits auf 25 Prozent. (hae)

So 28.10.2018 - 09:34
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Kommentare

Und dabei geht es nur in zweiter Linie um die Kosten. In erster Linie wird der Service der Post kontinuierlich schlechter. Pakete werden einfach vor die Tür gelegt - so dass sie von allen Seiten und jedermann/jederfrau gesehen werden können -, ohne auch nur einen Laut von sich zu geben. Noch nicht einmal die Türklingel wird bedient. Oder; zweite Variante: Die Zusteller nehmen Pakete wieder mit, ohne sich bemerkbar zu machen. Schneller und einfacher geht's anscheinend, eine Benachrichtigung zu hinterlassen und man selbst muss am nächsten Tag zur Post, um seine teuer bezahlten Pakete auch noch selbst abzuholen. All das würde die Post wahrscheinlich abstreiten, jedoch habe nicht nur ich das bereits zig Mal erlebt ...

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