Telekomkonzerne mässig zufrieden mit Regeln der Mobilfunkauktion

Bei den Telekomkonzernen hält sich die Begeisterung über die Ausgestaltung der Mobilfunkauktion in Grenzen. Branchenprimus Swisscom hält die Bietbeschränkungen für die Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen für zu strikt. Sunrise beklagt genau das Gegenteil. Und auch Salt ist nicht glücklich.

«Die vorgesehenen Bietbeschränkungen haben zur Folge, dass die Swisscom nicht entsprechend ihrem Marktanteil Frequenzspektrum erwerben kann», erklärte Swisscom-Sprecher Armin Schädeli am Freitag auf Anfrage. Der grösste Schweizer Telekomkonzern werde damit wie bisher anteilsmässig über weniger Frequenzen pro Kunde verfügen als seine Mitbewerber.

 

Drohung mit Rekurs

Die Konkurrenz sieht dies ganz anders: Sunrise und Salt finden die Bietbeschränkungen viel zu locker. Dadurch könne der mehrheitlich in Staatsbesitz befindliche Branchenprimus die Hälfte der begehrten Frequenzen im 700 Megahertzband ersteigern und horten. Auch bei den hohen Frequenzen im 3,5 bis 3,8 Gigahertzband seien die Begrenzungen zu locker. Salt und Sunrise hatten ursprünglich für eine Vergabe der Frequenzen zu gleichen Teilen plädiert. «Eine rasche flächendeckende Einführung von 5G auf allen drei bestehenden Mobilfunkinfrastrukturen wäre im Interesse der Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz gewesen», beklagte Sunrise. Dies sei nun durch das Auktionsverfahren gefährdet.

«Das Risiko ist gross, dass die Swisscom ihre Finanzkraft dazu nutzt, mehr Spektrum als zwingend notwendig zu erstehen, um ihre Wettbewerber davon abzuhalten, ihrerseits das kritische Mindestmass an Bandbreite zu erhalten. Das ist schädlich für den Wettbewerb und nachteilig für die Konsumenten und den Wirtschaftsstandort Schweiz», teilte ein Salt-Sprecher mit. Der drittgrösste Mobilfunkanbieter droht mit einem Rekurs vor Bundesverwaltungsgericht.

 

Zeitpunkt umstritten

Auch über den Zeitpunkt der Versteigerung gehen die Meinungen auseinander. Die Swisscom hätte sich die Vergabe der 5G-Frequenzen noch im laufenden Jahr gewünscht. «Eine rasche Vergabe ist Voraussetzung für eine frühe 5G-Einführung», sagte Schädeli. Die Eidg. Kommunikationskommission Comcom hat die Auktion auf Januar festgesetzt. Nach Ablauf einer Rekursfrist sollte die Vergabe etwa im kommenden Frühling erfolgen, erklärte Comcom-Präsident Stephan Netzle vor den Medien in Bern.

Sunrise und Salt hatten sich gegen eine Versteigerung noch im laufenden Jahr gewehrt. Es bringe nichts, für Frequenzen zu bezahlen, die man noch nicht nutzen könne, hatten sie argumentiert. Denn die Endgeräte für die Kunden seien noch nicht verfügbar. Netzle liessen die Einwände kalt: «Es geht nicht darum, ein Einvernehmen zu finden. Wir haben keine Abstimmung unter den Betreibern gemacht. Sie werden unterschiedliche Grade der Zufriedenheit bei Swisscom, Sunrise und Salt feststellen», sagte der Comcom-Präsident. (SDA)

Sa 07.07.2018 - 12:59

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