Die Onlinehändler kämpfen mit Algorithmen gegen Päckli-Diebe

Onlinehändler leiden unter immer mehr Päckli-Diebstählen. Um sie zu reduzieren, setzen sie nicht nur auf die Polizei, sondern auch auf Algorithmen.

Die Betrugsversuche haben in den letzten Jahren zugenommen. Dies bestätigen sowohl Mediamarkt wie auch Digitec Galaxus gegenüber der Schweiz am Wochenende. Dabei wird zum Beispiel die Ware an eine fremde Adresse bestellt und das Paket nach Ankunft aus dem Briefkasten gestohlen. Oder leere Briefkästen werden mit einem erfundenen Namensschild überklebt und die Ware dorthin geliefert.

Die Betrugsmaschen verursachen viel Aufwand. Nicht nur für die Onlinehändler, sondern auch für die echten Besitzer des Briefkastens, welcher für den Diebstahl verwendet wurde. Sie müssen zwar nichts bezahlen, den Vorfall aber der Polizei melden und sich mit dem Kundendienst des Onlinehändlers in Verbindung setzen.

Während die Diebstähle für kleinere Onlinehändler mit weniger finanziellen Ressourcen besonders schmerzhaft sind, rüsten die grossen Akteure auf. Wie genau, will ein Sprecher des Verbandes des Schweizerischen Versandhandels nicht sagen – es handle sich um ein «Katz-und-Maus-Spiel» mit den Betrügern. Und so wollen sich auch Zalando und Brack.ch nicht in die Karten schauen lassen, was sie alles unternehmen, um Betrügern auf die Spur zu kommen.

Etwas konkreter wird der Marktführer Digitec Galaxus. Wie das Unternehmen gegenüber der Schweiz am Wochenende erklärt, habe man eine spezialisierte Betrugsabteilung lanciert, welche mittels eigens programmierten Algorithmen frühzeitig Muster erkennt und bei auffälligen Transaktionen Alarm schlägt. Damit gelinge es bereits, viele Fälle zu verhindern – auch wenn es keine absolute Sicherheit gäbe. Ein ähnliches System unterhält auch Mediamarkt.

Beide Unternehmen arbeiten zudem eng mit der Polizei zusammen – so sei man immer darüber informiert, welche Maschen gerade im Trend lägen, so die Sprecherin von Digitec Galaxus.

Die Onlinehändler stehen dabei in einer Art Dilemma: Das Geschäft boomt nicht zuletzt deshalb, weil heute fast überall bequem und risikolos per Rechnung bestellt werden kann. Gleichzeitig ermöglichen die kundenfreundlichen Bezahlmöglichkeiten erst die verschiedenen Betrugsmaschen. (hae)

So 18.11.2018 - 10:56
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