«Zürich ist die Stadt mit den zweitmeisten LinkedIn-Mitgliedern im gesamten DACH-Raum»

LinkedIn ergänzt sein Sponsored-Content-Angebot um Videoanzeigen im Newsfeed. Alexandra Kolleth, Direktorin für den Bereich Marketinglösungen und Mitglied der Geschäftsleitung von LinkedIn Deutschland, Österreich und der Schweiz, erklärt im Gespräch die Hintergründe.

Mit dem neuen Angebot wolle man die Nachfrage nach Videoanzeigen im B2B-Bereich abdecken, so LinkedIn. Eine Umfrage des Unternehmens unter deutschen Marketern zeigte, dass Unternehmen 2017 einen starken Fokus auf B2B-Videoanzeigen legten. 67 Prozent wollten damit die positive Markenwahrnehmung steigern, ebenso viele Sales Leads generieren. 45 Prozent bewarben in ihren Videos Produkte und Services.

B2B-Marketer sollen nun von vielfältigen Zielgruppenoptionen profitieren. Konkret: Sie können genau festlegen, welche Mitglieder ihre Videoanzeigen erreichen sollen anhand Kriterien wie Jobtitel, Seniorität, Unternehmensname, Branche oder Fähigkeitenprofil.

 

Werbewoche: Bislang musste man die Videos via YouTube einbinden. Mit Native geht das nun direkt. Kann man nun mit besseren Werten rechnen?

Alexandra Kolleth: Unsere Mitglieder können bereits seit Mitte 2017 Videos in ihren Newsfeed oder ihren Blogposts auf LinkedIn einbinden. Unser zentraler Unternehmenswert ist «Mitglieder zuerst» – sprich, wenn wir unseren Mitgliedern keine spannenden Produkte bieten und so Engagement auf der Plattform schaffen, haben wir auch keine Unternehmenskunden. Und da das Geschäft mit Unternehmenskunden circa 90 Prozent unseres Umsatzes ausmacht, ist «Mitglieder zuerst» ein zentraler Wert für uns. Unser neues Angebot für Marketers – die Einbindung von Anzeigen in unserem Newsfeed – umfasst umfangreiche Targeting-Optionen basierend auf unseren Mitgliederdaten, variable Abrechnungsmodelle und genaue Messdaten. Marketer können genau festlegen, welche Ziele sie mit der Kampagne verfolgen, sei es Lead-Generierung, Anzahl der Views oder Besuche auf der Homepage. Dementsprechend stehen Abrechnungsmodelle zur Verfügung, die sich nach Costs-Per-Mille-, Costs-Per-Click oder Cost-Per-View-Werten berechnen. Zur Auswertung stehen detaillierte Engagement-Daten bereit, die Unternehmen helfen, ihre Zielgruppe zu verstehen und den ROI zu erhöhen. Zusätzlich kann Conversion Tracking von LinkedIn eingesetzt werden, mit dem sich die Zahl der generierten Leads, Neuanmeldungen, Webseiten-Aufrufe und weiterer Interaktionen nachverfolgen lässt. Auch ein Rückgriff auf LinkedIns Lead Gen Forms ist möglich. Die mit Profildaten vorausgefüllten Formulare bieten eine nahtlose Nutzererfahrung und helfen Unternehmen, schnell hochwertige Leads zu generieren.

 

Welche Formate sind möglich, etwa auch Hochformate?

LinkedIn unterstützt horizontale Video Ads im MP4-Format.

 

Gibt es Einschränkungen betreffend der Länge?

Videoanzeigen auf LinkedIn sollten zwischen drei Sekunden und 30 Minuten dauern. Allerdings empfiehlt es sich, das nicht auszureizen. Die erfolgreichsten Videos sind maximal 15 Sekunden lang. Das Wichtigste sollte in den ersten zehn Sekunden zu sehen sein, denn ab diesem Zeitpunkt sinkt die Aufmerksamkeit der Zuschauer. Gerade auf einer Business-Plattform wie LinkedIn stechen Videos aus der Masse heraus und helfen Unternehmensbotschaften zu visualisieren – das bestätigt auch das Social Media-Management von KLM Royal Dutch Airlines.

 

Plant LinkedIn auch Storytellingformate?

Content Marketing ist auf LinkedIn äusserst effektiv. Kampagnen, die sich über Jahre erstrecken und einen langfristig angelegten «Sales Funnel» kreieren, sind sozusagen unser «Brot und Butter»-Geschäft. Die Vorteile unserer Plattform: Die Mehrzahl unserer Mitglieder hinterlegt Details wie Region, Branche, Seniorität und Titel. Die Daten sind zumeist richtig und aktuell, da unsere Mitglieder sich mit anderen vernetzen, also gefunden werden wollen. Dementsprechend ist das Targeting auf LinkedIn sehr zielgenau. Zudem bewegen sich Mitglieder hier in einem geschäftlichen Kontext und haben ein entsprechendes «Mindset». Anzeigen für Whitepaper zur Industrie 4.0 wirken also nicht deplatziert zwischen Katzen- und Urlaubsbildern.

 

Wie viele LinkedIn-Profile gibt es in der Schweiz

LinkedIn hat elf Millionen Mitgliedern im deutschsprachigen Raum und setzt sein Wachstum seit Anfang 2015 kontinuierlich fort. Grund für das konstante Wachstum: LinkedIn investiert nachhaltig in die Region und setzt die Wünsche seiner Mitglieder und Kunden auf der Plattform um. So hat LinkedIn im Februar 2018 sein neues Feature «Karrieretipps & Mentoring» gestartet. Bereits im Dezember 2017 wurde der Gehaltsvergleich vorgestellt, mit dem sich Mitglieder anhand sich selbst aktualisierender Daten detailliert über Gehaltsstrukturen informieren können. Die Schweiz spielt dabei eine Schlüsselrolle. So ist Zürich beispielsweise die Stadt mit den zweitmeisten LinkedIn-Mitgliedern im gesamten DACH-Raum. Ausserdem vertrauen grosse Schweizer Unternehmen wie Credit Suisse, Nestlé oder die Swiss Re auf unsere Rekrutierungs- und Marketing-Lösungen und arbeiten weltweit mit uns. Ich würde sogar sagen, dass zu unserem Start im deutschsprachigen Raum 2011 die Schweiz der wichtigste Markt war. Deutschland und Österreich haben erst in den letzten Jahren aufgeholt.

 

Welche Werbeform empfehlen Sie den Schweizer Werbern?

Videoformate sind bei Mitgliedern deutlich beliebter als statische Inhalte. Im Rahmen der Betaphase haben mehr als 700 Unternehmen unsere Videoanzeigen getestet, darunter Unternehmen wie General Electric und Philips. Dabei kam heraus, dass LinkedIn-Mitglieder fast dreimal so viel Zeit den Videoanzeigen als anderen Inhalten widmen. Das ist auch in der Schweiz so – Videos sollten also auch hier mit in die Marketingstrategie integriert werden.

Interview: Beat Hürlimann

Mi 25.04.2018 - 19:47
Tags

Kommentare

neuen Kommentar schreiben

Klartext

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Web page addresses and email addresses turn into links automatically.
CAPTCHA
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.