KI-Technik löscht selbstständig Terror-Propaganda bei Facebook

Facebook setzt im Kampf gegen Terror-Propaganda auf Künstliche Intelligenz (KI). Dem Konzern nach werden 99 Prozent der Postings, die mit Terrorgruppen wie dem Islamischen Staat (IS) oder Al-Qaida in Verbindung stehen, mithilfe von automatischen Technologien aufgespürt und gelöscht, noch bevor sie von Usern überhaupt gemeldet werden.

Die neue Methode soll nicht nur bei Texten funktionieren, sondern auch bei Bildern und Videos, wie die Nachrichtenagentur Pressetext schreibt. «Unsere Bemühungen, gegen extremistische Inhalte auf unserer Website vorzugehen, laufen nun wesentlich systematischer ab als in der Vergangenheit. Wir arbeiten hierfür mit verschiedenen Partnern zusammen und nutzen intern unterschiedliche Techniken», zitiert BBC News aus einem Facebook-Statement. Prinzipiell setze man zwar weiterhin auf einen Mix aus menschlichen Prüfern und Software. «Die primäre Kontrolle übernehmen aber zunehmend automatische Systeme», heisst es von Facebook.

Diese greifen dem Online-Netzwerk zufolge auf spezielle KI-Algorithmen zurück, um ungewolltes Propagandamaterial aufzuspüren. «Wir verwenden textbasiertes maschinelles Lernen, bei dem Software über Zeit beigebracht wird, selbst herauszufinden, ob bestimmte Postings ein Problem sein könnten oder nicht.» Ähnlich funktioniere das auch mit Bild- und Videomaterial. Jedes Foto oder Video verfügt nämlich über einen eindeutigen ditigalen Fingerabdruck, der, wenn er einmal als problematisch eingestuft wurde, sofort wiedererkannt werden kann. «So lassen sich betreffende Inhalte rasch löschen», betont Facebook.

 

KI jedoch noch nicht fehlerfrei

Facebooks KI-System arbeitet aber noch nicht fehlerfrei. «Es braucht noch viele Jahre Entwicklungszeit, um diese automatische Kontrolle zu perfektionieren», räumt Monika Bickert, Facebooks Global Policy Chief, ein. Zum Beispiel konzentriert sich die Software derzeit nur auf den IS und Al-Qaida. «Wir haben diese Gruppen ausgewählt, weil sie global gesehen die grösste Gefahr darstellen. Wenn wir auch andere Terrorgruppen miteinbeziehen wollen, ist das gar nicht so leicht, weil es sehr grosse sprachliche und stilistische Unterschiede in deren Propaganda geben kann», erläutert Bickert.

In Zukunft soll es dann mittels KI-Technik auch möglich sein, nicht nur Content auf der Seite zu kontrollieren, sondern auch das Verhalten zu analysieren und einzustufen, was hinter einzelnen Accounts steht. «Wir wissen aber, dass es ein Katz-und-Maus-Spiel ist. Diejenigen, die einen Vorteil aus der enormen Reichweite von Social-Media-Seiten ziehen wollen, werden alles dafür tun, um auch automatische Kontrollen zu umgehen», so die Facebook-Expertin abschliessend. (pte/hae)

Mi 29.11.2017 - 19:34
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