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06.02.2012
Media & Medien

Der Werberiese tritt sanfter auf

Mit diversen Verlagen steht die Publicitas aktuell in teils zähen Verhandlungen. Doch um keine weiteren Brüche zu riskieren, scheint sie ihr Preismodell für die Inseratevermittlung neuerdings weniger konsequent durchzudrücken.

An der Bilanzpressekonferenz der PubliGroupe vor einem Jahr berichtete CEO Hanspeter Rohner, dass die Publicitas (P) ihr Geschäftsmodell angepasst und «per 1. Januar 2011 fast alle ihre Partnerschaften mit Schweizer Verlagen auf dieser Grundlage verlängert» habe. Doch kurz danach zeigte die Werbewoche etwas anderes auf: Erstmals verzichteten zwei Eigenregie-Zeitungsverlage, die W. Gassmann (Bieler Tagblatt/Journal du Jura) und Mengis Druck und Verlag (Walliser Bote), auf die Zusammenarbeit mit der P. Der Grund: Man konnte sich nicht auf das neue P-Preismodell einigen, das den Vermittlungsabkommen einen fixen Sockelbetrag pro vermitteltes Inserat plus eine umsatzabhängige Kommission zugrunde legt. Die Folge des Bruchs: Die P teilte mit, dass sie die erwähnten Titel in ihrem System lösche und für sie keine Anzeigen mehr vermittle, auch auf ausdrücklichen Kundenwunsch hin nicht. Kurz: Die P brach mit der Universalvermittlung.

Unterdessen hat sich die Situation bekanntlich akzentuiert: Im letzten halben Jahr lösten auch die Basler Zeitung Medien sowie Ziegler Druck (Der Landbote und Winterhurer Stadtanzeiger) die Zusammenarbeit mit der P auf. Nun wollte es die Werbewoche genauer wissen und fragte bei 40 Regie- und Eigenregie-Verlagen nach, wie es um ihr vertragliches Verhältnis zur P steht. Das Resultat: 15 der angefragten Verlage verbleiben auch 2012 in Publicitas-Regie, in einem Fall ist der Vertrag jedoch gekündigt. Alle übrigen angefragten Verlage sind Eigenregie-Verlage, von denen aber erst sieben einen neuen Vertrag mit der P haben – fünf mit und zwei ohne (!) Sockelbetrag je Inserat. Vier Verlage stehen aktuell mitten in Neuverhandlungen, vier sind wie erwähnt vertragslos, und bei neun weiteren ist die P noch gar nicht vorstellig geworden. Und in einem Fall (Migros Media) erhielt die Werbewoche keine Auskunft.

15 Verlage sind in P-Regie
Die 15 Verlage, die auch 2012 in P-Regie bleiben, sind im Wesentlichen bekannt: Neben der NZZ-Gruppe mit St. Galler Tagblatt und Neuer Luzerner Zeitung sind dies der Anzeiger Region Bern, Touring, Le Temps, Le Nouvelliste, La Liberté, die Hersant-Titel Express, Impartial und Le Quotidien Jurassien sowie die Tessiner Zeitungen Corriere del Ticino, La Regione Ticino und das Giornale del Popolo. Zur Vertragsdauer oder zur Frage, ob in den (neueren) Regie-Verträgen ebenfalls Sockelbeträge für Inserate vorgesehen sind, hat die Werbewoche keine Informationen. Klar ist einzig, dass bei der Neuen Fricktaler Zeitung Änderungen bevorstehen. «Wir haben unseren Regie-Vertrag mit der P gekündigt, Verhandlungen über die weitere Zusammenarbeit sind am Laufen», teilte Verleger Walter Herzog mit. In welche Richtung es gehen wird, liess er offen.

Den vollständigen Artikel aus der Printausgabe der Werbewoche lesen Sie hier


Markus Knöpfli



(Teaserbild: Keystone)
 

Externe Links:
www.publicitas.ch

Tags:
Media & Medien
Publicitas

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