Kleines Mädchen ganz gross: Die Grand Prix des ersten Lions-Abends

Wenig überraschend dominiert das «Fearless Girl» von McCann New York nicht nur den Charging Bull, sondern auch die Cannes Lions. Die Kampagne gewinnt bereits am ersten Abend sage und schreibe drei Grand Prix.

In den Kategorien PR, Outdoor und Glass geht der Grand Prix an «Fearless Girl» – eine der im Voraus meist favorisierten Kampagnen dieses Jahr. Im Bowling Green Park bei der New Yorker Wall Street wurde zum Weltfrauentag von McCann New York die Statue eines unerschrockenen, selbstbewussten Mädchens vor den berühmten Bronze-Stier «Charging Bull» von Arturo Di Modica gestellt. Der 1989 errichtete Stier symbolisiert den aggressiven finanziellen Erfolg. Der Begriff «Bullenmarkt» steht an der Börse für anhaltend steigende Kurse.

 

Abräumer des Abends: McCann New York mit dem «Fearless Girl».

 

Die Bronze-Statue des Mädchens wurde von der amerikanischen Bildhauerin Kristen Visbal erschaffen und sollte im Namen von State Street Global Advisors darauf aufmerksam machen, dass in den Vorständen der börsenkotierten US-Firmen der Frauenanteil immer noch verschwindend klein ist. Die Statue hätte eigentlich nur einen Monat lang stehen sollen, war aber ein derartiger öffentlicher Erfolg, dass der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio noch im März bekannt gab, das «Fearless Girl» werde mindestens ein Jahr lang vor dem berühmten Bullen stehen.

 

In der Kategorie Print & Publishing geht der Grand Prix an die im Februar auf Werbewoche.ch vorgestellte Burger-King-Kampagne mit den brennenden Filialen. Mit den echten Fotos erinnerte die Fast-Food-Kette daran, dass man seit jeher auf das offene Feuer setzt, wenn es um das Burger geht. Kreiert wurde die bemerkenswerte Arbeit von der Agentur David Miami. Burger King nutzte den Auftritt für eine Inszenierung und holte den Preis – nebst Agentur – mit König und Prinzessin ab.

 

 

 

 

 

In der Kategorie Promo & Activation geht der Grand Prix an die Kampagne «Boost your Voice». Der Mobilfunk-Anbieter Boost Mobile hat bei den US-Wahlen die eigenen Shops zu amtlich-bewilligten Wahllokalen umfunktioniert und so sozial schwächeren Schichten die schnelle und unkomplizierte Wahl ermöglicht. In besagten Wohngegenden gibt sehr wenige Wahllokale. Die Folgen sind stundenlanges Anstehen und eine daraus resultierende tiefe Wahlbeteiligung. Durch die von 180LA kreierte Kampagne konnte die Wahlbeteiligung in den betroffenen Vierteln merklich gesteigert werden. (hae)

Mo 19.06.2017 - 21:17

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