Fünf Grand Prix vergeben

Am Donnerstag wurden in Amsterdam die 30. Epica Awards verliehen. Nebst zahlreichen Gold-Trophäen fanden auch fünf Grand Prix einen neuen Besitzer.

Im zeitweise aus allen Nähten platzenden Panama Club im Amsterdamer Hafenviertel fand am 18. November die 30. Verleihung der Epica Awards statt. Der Event schien bei der einheimischen Kreativszene auf grosses Interesse zu stossen, zusätzlich fanden sich Agenturen aus aller Welt ein, um ihre Gold-Pyramiden persönlich entgegenzunehmen. Wärend sogar eine Kreativdirektorin aus Nigeria (!) anreiste und ihren Gold-Award abholte, glänzte eine auf die Bühne gerufene Schweizer Delegation durch Abwesenheit.

Die meisten Awards gingen dieses Jahr in die USA: 69 Pyramiden, darunter zwölf goldene. Zum Network of the Year wurde mit 49 Awards und zwölf mal Gold Leo Burnett gekürt. BBDO New York ist Agency of the Year (19 Awards, einmal Gold). Independent Agency wurde die Agentur Try aus Norwegen, die nebst viermal Gold auch einen Grand Prix mit nach Hause nahm: In der Kategorie Press gewann die Agentur, die alle englisch «try» nennen, aber die eigentlich «trü» ausgesprochen wird, mit dem «Brad is Single»-Inserat den Grand Prix. Die in der Jury nicht unumstrittene Entscheidung fiel auf die Anzeige der Norwegian Airlines, weil die Agentur nicht nur die Trennung von Brangelina gedankenschnell in eine humorvolle Idee ummünzte, sondern danach die abfotografierten Inserate in den Sozialen Medien viral gingen und so zum Jackpot für Agentur und Kunde wurden.

 

 

Der allererste Epica Design Grand Prix geht nach Belgien. DDB Brüssel hat mit den «Simplified Stories» ein durchdesigntes Werkzeug geschaffen, um Alzheimer-Erkrankten das Lesen zu ermöglichen. Lesen wirkt sich nämlich positiv auf den Krankheitsverlauf aus, allerdings sind herkömmliche Bücher für die Betroffenen ungeeignet. Die Simplified Storys sind kein theoretisches Konstrukt, sondern in Belgien in allen Verkaufsstellen zu erwerben. Bereits stehen weitere Titel vor der Umsetzung.

 

 

Der Digital Grand Prix muss keinen langen Heimweg antreten – er bleibt in Amsterdam. JWT hat mit «The Next Rembrandt» ein faszinierendes Projekt umgesetzt, um auf das Kunst-Engagement der Bank ING aufmerksam zu machen. Rembrandts Gemälde wurden mit 3D-Scan-Technologie bis ins kleinste Details erfasst, analysiert und daraus Algorithmen abgeleitet. Am Ende wurde aus den Daten, gepaart mit kunsthistorischem Fachwissen, ein neues, nicht existierendes Rembrandt-Gemälde 3D-gedruckt. Das Resultat hat Kunstexperten auf der ganzen Welt verblüfft und bei vielen Menschen das Interesse an Kunst geweckt.

 

 

 

Der Film Grand Prix geht an die von Spike Jonze kreierte Kenzo-Kampagne mit der tanzenden Schauspielerin Margaret Qualley (Werbewoche.ch berichtete).

 

 

Der Outdoor Grand Prix geht nach England zu Publicis London. Die Agentur verwertete einem Sturm zum Opfer gefallene Bäume, um daraus Türen zu schreinern. Das Besondere: Die Bäume standen an einem berühmten irischen Drehort von «Games of Thrones». Die Türen wurden von Künstlern in Handarbeit mit Szenen aus der Erfolgsserie graviert und in Pubs in ganz Irland installiert. Die «Doors of Thrones» sind längst zur Touristen-Attraktion geworden und die Kampagne zur wertvollen Werbung für Irland und die involierte Pub-Kette. (hae)

 

 

So 20.11.2016 - 13:49

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